Aus der Arbeit der CDU-Kreistagsfraktion Lahn-Dill

Versorgungssituation durch Hebammen verbessern

Nachdem sich die CDU-Kreistagsfraktion bereits im vergangenen Jahr mit einem Antrag im Kreistag für die Verbesserung der Situation werdender Mütter durch eine bessere Hebammenversorgung eingesetzt hatte, wurde dieses Thema in der Kreistagssitzung am 15.05.2023 durch einen weiteren Antrag aufgegriffen. „Nach unserer Einschätzung hat sich aufgrund der Schließung der Geburtenstation in Dillenburg die Versorgungslage rund um die Versorgung werdender Mütter im nördlichen Dillkreis verschlechtert,“ begründete Sabine Sommer in der Kreistagssitzung den Antrag der CDU-Kreistagsfraktion und forderte den Aufbau einer Hebammenambulanz in Dillenburg, die wohnortnah Hebammen vermittelt, einen Vertreterpool aufbaut und Termine koordiniert. So solle eine Unterstützung und Beratung von Beginn der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit gegeben sein und eine Beteiligung aller Hebammen im Kreis wäre möglich. Gerade für sozial schwächere Frauen, die aufgrund fehlender Mobilität auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, sei es schwieriger Kontakte zu einer Entbindungsstation oder zu einer Hebamme zu knüpfen. Bereits im vergangenen Jahr hatte Anna-Lena Bender im Kreistag dazu ausgeführt: „Allen Eltern im Lahn-Dill-Kreis soll vor, während und nach der Geburt die wertvolle Unterstützung zuteilwerden können, die Hebammen leisten. Das ist ein Gebot der medizinischen und sozialen Daseinsvorsorge und ein wichtiger Beitrag zur Frauen- und Familiengesundheit. Es besteht bei uns Handlungsbedarf. Denn für die Familien im Lahn-Dill-Kreis ist es zunehmend schwierig, eine Hebamme zu finden“. Ein von der Hessischen Landesregierung in Auftrag gegebene Gutachten zur Hebammenversorgung im Bundesland belegt einen hohen Nachfrageüberhang, der den Zugang zur Hebammenversorgung erschwert. 77 Prozent der Hebammen, die Schwangerenbetreuung anbieten, haben mehr Anfragen, als sie annehmen können. Das Gleiche gilt in erhöhtem Maß für die außerklinische Geburtsbetreuung und die Wochenbettbetreuung. In beiden Bereichen hatten über 90 Prozent mehr Nachfragen, als sie Betreuungen annehmen konnten. Durchschnittlich kontaktieren Frauen in Hessen sechs bis sieben Hebammen, bis sie eine gefunden haben, die die Betreuung übernimmt.

Sabine Sommer und Anna-Lena Bender zeigten sich nach der Abstimmung im Kreistag enttäuscht: auch wenn von den anderen Fraktionen die Wichtigkeit dieses Themas hervorgehoben wurde, so wurde der Antrag doch mit einer Mehrheit dahingehend abgeändert, dass zunächst eine Analyse der Situation stattfinden soll. Ähnlich verhielt es sich bereits beim Antrag im Vorjahr: auch damals wurde lediglich einem Bericht im Sozialausschuss zugestimmt, konkrete Maßnahmen wurden nicht beschlossen. „Wir hoffen sehr, dass sich zeitnah etwas an der Situation der jungen Familien ändern wird und werden weiterhin an dem Thema dran bleiben,“ versprachen die beiden Kreistagsabgeordneten.

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Anna-Lena Bender
Anna-Lena Bender
Stellvertretende Kreisvorsitzende CDU Lahn-Dill

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