Klimawandel begegnen, statt Hysterie zu erzeugen

Die unglaublichen Chancen der Gentechnik

Es ist unter anderem den fortschrittsfeindlichen Grünen und ihren Bestrebungen zu „verdanken“, dass der Transrapid in Deutschland nicht gebaut wurde, aber in China, dass in Deutschland Kernkraftwerke abgeschaltet wurden, während sie im Rest der Welt weiterlaufen bzw. neu gebaut werden. Und es ist den Grünen zu verdanken, dass die Gentechnik in Deutschland verteufelt wurde, obwohl damit Menschenleben gerettet und mehr Menschen ernährt werden können.

Dass sich das Klima verändert, ist nichts Neues. Dies ist kein Anlass zur Hysterie. Viel wichtiger ist die Frage, wie wir den Veränderungen begegnen. Eine überzeugende Antwort könnten Pflanzenforscher liefern, die in der Lage sind, das Erbgut der Pflanzen so zu verändern, dass sie eine höhere Trockenheitstoleranz erhalten oder auch stärker in der Lage sind, Abwehrkräfte gegen Schädlinge zu entwickeln. Es sind vor allem sogenannte Umweltorganisationen wie Greenpeace, aber auch die Grünen, die sich dem Kampf gegen genveränderte Pflanzen verschrieben haben, weil Fortschritt offensichtlich als Werk des Teufels empfunden wird und man immer nur Risiken sieht, Hysterie schürt, aber nicht die Chancen, die sich aus dem Fortschritt ergeben. Reaktionärer geht es nicht.

Gentechnik rettet Leben

Die Weltgesundheitsorganisation hat erklärt, dass jährlich zwischen 250.000 und 500.000 Kinder vor allem in asiatischen Ländern wegen Vitamin-A-Mangel erblinden oder an schweren Entwicklungsstörungen leiden und sterben können, wie die „Welt am Sonntag“ im Juni dieses Jahres berichtete. Wenigstens einen Teil der Kinder könnte man so vor diesem Schicksal bewahren. Einer der weltweit erfahrensten Agrarökonomen ist Matin K. Qaim, der seit mehr als 25 Jahren zur Gentechnik in der Landwirtschaft in Indien forscht und dessen Untersuchungen ergeben haben, dass dort, wo Bauern schädlingsresistente Sorten eingesetzt haben, nicht nur höhere Erträge und damit höhere Einkommen einhergehen, sondern dass es dort auch einen deutlich geringeren Einsatz von Pestiziden gibt.

Erst im letzten Jahr, so die „Welt am Sonntag“, veröffentlichte er eine Studie, wonach die jährlichen CO2-Emissionen der EU um mehr als 30 Millionen Tonnen sinken könnten, würde man u.a. auch in Deutschland gentechnisch veränderten Mais, Raps oder auch Zuckerrüben anbauen.

Umweltorganisation nimmt gezielt Tote aus ideologischen Gründen in Kauf

Es ist im Übrigen keine Eintagsfliege eines „spinnerten Agrarökonomen“, sondern solide Erkenntnis der amerikanischen Ärztekammer, der Weltgesundheitsorganisation oder auch der britischen Royal Society. Sie alle teilen die Vorzüge in mehrfacher Hinsicht des Einsatzes der Gentechnik. Das Magazin „Cicero“ stellte jüngst ein Strategiepapier der Umweltorganisation „Aurelia“ vor, in dem es zum Thema Einsatz von Gentechnik wie folgt heißt:

„Bei vorrangig wissenschaftlicher Argumentation können wir nur verlieren, weil wir dem „Follow the Science – Leopoldina – Autoritätsframing“ nichts entgegenzusetzen haben… Deswegen benötige man ein sogenanntes neues Narrativ, das nicht auf Studien und Fakten (!!!) basiere, sondern gezielt auf Emotionen (!!!) wie Wahlfreiheit, Liebe zur Natur und der Macht der Saatgutkonzerne. Und zum ganzen Werkzeugkasten der Kritik solle künftig auch ein Twitterstormtool gehören, „um Debatten und Rankings auf Twitter zu beeinflussen“.

Mit anderen Worten, eine sogenannte Umweltorganisation nimmt wissentlich aus ideologischen Gründen in Kauf, dass in anderen Regionen dieser Welt, die es in 100 und 1000 und mehr Jahren ebenfalls noch geben wird, Menschen versterben oder zusätzlich an Krankheiten leiden. Ein Skandal.

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Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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