In der ARD-Sendung „Hart aber fair“:

Lisa Schäfer sprach Tabuthema an
Sexuelle Belästigung von Männern mit Migrationshintergrund

Großes Lob für ihren Mut –
asoziale Beschimpfungen in Netzwerken

Lisa Schäfer, CDU-Kreistagsabgeordnete im Lahn-Dill-Kreis und Stadtverordnete in Solms, war von der Redaktion von „Hart aber fair“ angefragt worden, ob sie zum Thema Gendern, Quote… für eine Talkrunde zur Verfügung stehen würde.

Bekannt geworden ist sie auf der überregionalen Ebene, weil sie mit einigen anderen jungen Frauen auch öffentlich gegen die Frauenquote in der CDU Stellung bezogen hatte. Schäfer sagte zu. Während der „Hart aber fair“-Sendung wurde ein kleiner Video-Einspieler gezeigt, in dem Frauen von Belästigungen berichteten.

Moderator Louis Klamroth, der die Sendung wenig souverän moderierte, fragte Schäfer, ob sie etwas ähnliches erlebt habe. Sie antwortete darauf, dass sie noch nie körperlich belästigt worden sei. Sie empfinde es aber als unangenehm, wenn sie durch Brennpunktstraßen in größeren Städten laufe und ihr junge Männer, deren Sprache sie teilweise nicht verstehe, Sprüche hinterherriefen. Da entstehe schon ein Gefühl der Unsicherheit. Eine Antwort, die Klamroth offensichtlich nicht hören wollte, denn er versuchte das Thema ins Lächerliche zu ziehen, indem er fragte, ob sie kein Englisch verstehen würde. Doch Lisa Schäfer ließ sich nicht beirren und wies darauf hin, es gebe nun einmal dieses Klientel mit einem entsprechenden Frauenbild. Freundinnen von ihr hätten ähnliche Erfahrungen gemacht.

Die ebenfalls auf dem Podium sitzende Feministin Stefanie Lohaus erklärte daraufhin, sie wohne in Berlin-Neukölln und ihr gehe es auf dem Oktoberfest genauso. Auf die Frage, ob sie schon einmal auf dem Oktoberfest war, musste sie passen. Aber unabhängig davon kann so etwas natürlich auch auf dem Oktoberfest passieren. Aber dort geht man freiwillig hin, und auf dem Nachhauseweg muss man gelegentlich entsprechende Viertel durchqueren, also durchaus kein Unterschied.

Doppelte Moral

Die „Neue Zürcher Zeitung“ hatte im Nachgang zu der Debatte darauf hingewiesen, dass es auf der einen Seite seit Jahren eine berechtigte MeToo-Debatte gebe (siehe Rammstein-Konzert und viele andere Debatten). In der Regel geht es dort um „alte weiße Männer“. Doch offenbar gilt diese Debatte spätestens dann nicht mehr, wenn man über Viertel mit hohem Migrantenanteil spricht. Da ist die angeblich breite gewünschte Debatte nicht mehr erwünscht. Die NZZ weist darauf hin, dass die Kriminalstatistik vermerkt, dass Zuwanderer bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung überproportional häufig vertreten sind.

Im Gespräch mit der NZZ wies Schäfer darauf hin, dass dies gerade Männer aus dem arabischen Raum besonders stark betreffe. Ein Teil dieser Männer, die man versuche zu integrieren, denke nicht ansatzweise darüber nach, unsere Werte und unser Frauenbild zu akzeptieren.

Zu viel für Gutmenschen

Allein die Erwähnung einer objektiv vorhandenen Tatsache reicht bei bestimmten Menschen in diesem Lande mittlerweile aus, reflexhaft in die unterste Schublade der „Argumentation“ zu greifen. Man muss die Position von Lisa Schäfer nicht teilen. Die mit Abstand meisten Menschen werden sie teilen, wenn nicht, ist das auch in Ordnung. Die Frage ist nur, mit welchen Argumenten?

Soziale Netzwerke oder asoziale Netzwerke?

Wir haben in der Redaktion lange überlegt, ob wir Ihnen einige Zitate aus dem Netz präsentieren sollen oder nicht und haben uns entschlossen, einen noch lesbaren kleinen Auszug zu veröffentlichen. Auf einige Wiedergaben, die ins unterirdisch Sexistische gegangen sind, haben wir bewusst verzichtet. Liebe Leserinnen und Leser, machen Sie sich selbst ein Bild über die Qualität der Argumentation, über die Geisteshaltung derer, die teilweise im Netz unterwegs sind.

Hier ein kleiner Auszug von "Argumenten":

- Rassistisches Arschloch

- Nazisprech

- Rassistische Kackscheiße

- Dumm wie blond

- Du Rassistin

- Unerträglicher Dreck

- Wenn das Paschas sind, bist du ein Nazioffizier.

- Vermerztes Luder

- Perfekte Karriere für Beistellweibchen

- Waldschrätin aus Leun

- Warum gibt es eigentlich so wenig intelligente Frauen in der CDU?

- Wenn eine weiße Person sich von kultureller Vielfalt bedroht fühlt, sollte sie eine Therapie machen.

- Hysterische Mumie vom Münzbräuner

- Hässliche Fratze des Rassismus

Riesenunterstützung in seriösen Zeitungen

Verfolgt man die Online-Ausgaben verschiedener seriöser Zeitungen, so gibt es ein klares Bild einer riesengroßen Unterstützung deutschlandweit. Selbst Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat bei seiner großartigen Nominierungsrede vor wenigen Tagen in Darmstadt die Sendung „Hart aber fair“ in entsprechender Deutlichkeit angesprochen und dafür großen Beifall erhalten. Öffentliche Zustimmung auch von bekannten CDU-Frauen, so die ehemalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder, die erklärte, dass die Wissenschaft von gewaltlegitimierenden Männlichkeitsnormen spreche und dass bei jungen Männern mit muslimischem Hintergrund oft ein Verständnis von Männlichkeit und Ehre herrsche, das auch mit Gewalt verknüpft sei. Dies spüre man in den U-Bahn-Stationen, in den Innenstädten und auf den Pausenhöfen (gerade aktuell ein übler Fall in Bonn).

CDU-Bundestagsabgeordnete Jana Schimke erklärte laut „Bild-Zeitung“, dass das Sicherheitsempfinden und Erleben von Frauen und Mädchen sich durch die unkontrollierte Migrationspolitik erheblich verschärft habe. Dies bestätige im Übrigen auch die Kriminalstatistik. Unterstützung auch von der FDP-Politikerin Katja Adler, die Moderator Klamroth kritisierte, dass er das Thema nicht ernst nehme. Auch die Vize-Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Andrea Lindholz, erklärte, sie könne die Angst junger Frauen sehr gut verstehen. Das seien Probleme, um die sich die Ampel kümmern müsse statt um das Thema Gendern oder andere nachrangige Problemchen.

Fazit:

Es ist bedauerlich, dass man in Deutschland bestimmte Themen einfach nicht mehr ansprechen kann, ohne sofort mit der Nazikeule erschlagen zu werden. Doch diejenigen, auch medial, die das versuchen, tragen nicht zur Lösung des Problems bei, sondern zu einer Verschärfung, so dass man sich nicht wundern muss, wenn sich irgendwann Menschen ein politisches Ventil suchen, weil sie diese Form staatlicher und/oder medialer und politischer Gängelung einfach nicht mehr akzeptieren wollen. Und man fragt sich, welchen Respekt haben eigentlich diejenigen, die dieses Thema und andere Themen tabuisieren wollen, vor den Gefühlen von Frauen, die genau solche Probleme tagtäglich erleben? An der Freien Universität Berlin hat ein Mann - und das ist nicht lange her – Frauen sexuell belästigt. Der Asta warnte dann davor, diese Fälle anzuzeigen. Damit trägt er dazu bei, dass dieser Mann sein Unwesen zu Lasten der Studentinnen weiter treiben kann. Es ist unfassbar.

In einer offenen Gesellschaft mit demokratischen Strukturen ist es zwingend notwendig, all das aussprechen zu können, was als Problem empfunden wird. Man muss es nicht teilen, man kann. Aber es gehört zum Wesen einer offenen Diskussionskultur, dass man versucht, auf Probleme aufmerksam zu machen, sie einer Lösung zuzuführen und dass man bereit ist, Argumenten der einen Seite mit eigenen Argumenten, aber wirklichen Argumenten zu begegnen. Die geschilderten Beispiele aus dem Netz, die nur einen kleinen Auszug darstellen, zeigen, wes Geistes Kind die Verfasser wirklich sind und dass sie von Demokratie und Streitkultur nichts verstanden haben. Sie zeigen ihre Art des Rassismus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier

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