So manipuliert die Bundesregierung

„Gekaufte Journalisten“ und richtige Fragen

Man muss kein Freund der Linksaußen-Zeitung „taz“ sein, aber es ist ihr zu verdanken, dass die Bundesregierung Journalisten/Moderatoren einkaufte, um sich interviewen zu lassen, ohne (!) dies dem Publikum, dem Zuhörer mitzuteilen. So wurde Bundeskanzler Scholz bei der Digitalmesse Re:puplica im Juli des letzten Jahres von Moderatorin Linda Zervakis gebucht, um sich Fragen zu stellen. Der normale Bürger würde annehmen, dass der Messeveranstalter die Moderatorin gebucht hat und diese einem prominenten Politiker kritisch-konstruktive Fragen stellt. Dem war nicht so, denn es hat sich jetzt herausgestellt, dass das Bundeskanzleramt die Moderatorin beauftragt hatte.

Gleiches im Übrigen im November 2022, wo neben Kanzler Scholz (SPD) Innenministerin Nancy Faeser (SPD) und die Integrationsbeauftragte Alabali-Radovan (SPD) beteiligt waren. Es ging um die Auftaktveranstaltung zum Gesprächsformat „Deutschland. Einwanderungsland: Dialog für Teilhabe und Respekt“.

Man muss kein Prophet sein, um ahnen zu können, dass die Art der Fragen regierungsfreundlich waren. Man könnte auch sagen, dies ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit und im Übrigen ein Bärendienst, den sich Journalisten antun, wenn sie sich von der Bundesregierung „einkaufen/beauftragen“ lassen.

Wie der Antwort einer AfD-Anfrage zu entnehmen ist, hat die Bundesregierung in einer Größenordnung von rund 875.000 Euro Aufträge an Journalisten des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks gezahlt. Besonders aktiv Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), der von 2019 bis 2022 26 Mal Journalisten für Moderationen bestellte und dafür 110.000 Euro zahlte, wobei die Aussage des Ministeriums prinzipiell falsch ist, denn der Steuerzahler hat es gezahlt. Unabhängigkeit von Medien sieht anders aus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe5/2024