Verein Deutsche Sprache kritisiert Studentenwerk Gießen

Der „Verein Deutsche Sprache Mittelhessen“ hat die Namensänderung des Studentenwerks Gießen in „Studierendenwerk“ scharf kritisiert. Diese Umbenennung der Studenten in Studierende sei sprachlicher Nonsens, der offensichtlich einem „woken“ Trend zum Gendern folge und gutes Deutsch in eine rein ideologisch motivierte Sprechweise verwandele.

Die künstliche, zwanghafte Einführung von substantivierten Partizipien wie Studierende, Arbeitgebende statt Arbeitgeber, Preistragende statt Preisträger, Mitarbeitende statt Mitarbeiter, Teilnehmende statt Teilnehmer oder Wählende statt Wähler und viele andere Beispiele mehr stelle geradezu eine Verhunzung der deutschen Sprache dar, die zudem für Verwirrung sorge, denn ein Studierender sei jemand, der gerade einer aktiven Studientätigkeit nachgehe, ein Student dagegen jemand, der bei einer Hochschule eingeschrieben sei. Für Letzteres sei das Studentenwerk zuständig.

Es sei erschütternd, dass im akademischen Milieu der Wert der Muttersprache derart missachtet werde. Dass sich das Studentenwerk mit dieser Umbenennung der ideologiebestimmten Gendersprache unterwerfe, die laut Umfrage von über 80 Prozent der Bevölkerung abgelehnt werde, sei ein Armutszeugnis, so der Bundesvorsitzende des Vereins Deutsche Sprache, Professor Dr. Walter Krämer.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe6/2024