Wegen des politischen Aus für Kernkraft in Deutschland

CO2-Emissionen werden kohlebedingt steigen

Die Koalition hat sich nach langem Streit darauf geeinigt, die drei noch verbliebenen Kernkraftwerke Mitte April 2023 abzuschalten. Eine falsche Entscheidung, denn dadurch bedingt fallen 35 Terrawattstunden Kernenergie weg. Im Gegenzug dazu haben Windkraftwerke an Land im Jahr 2022 in der Größenordnung von 7 Terrawattstunden Strom den Zuschlag erhalten. Bei diesem Tempo würde es fünf Jahre brauchen, um die wegfallende Strommenge der Kernkraft per Windkraft zu ersetzen. Die Strommengen kommen dann allerdings nur, und zwar ausschließlich, wenn es der Wind für richtig hält und nicht unbedingt dann, wenn der Bedarf vorhanden ist.

Es werde vermutlich nicht zu einem Zusammenbruch der Stromversorgung kommen, so Professor Fritz Vahrenholt, einer der führenden Energieexperten Deutschlands, da die Ampel noch verfügbare Kohlekraftwerke ans Netz gebracht habe. Man schaltet Kernkraft aus, nutzt Kohle, und die CO2-Emission in Deutschland steigt alleine dadurch inklusive auch der Abschaltung der drei Kernkraftwerke aus dem Jahr 2021 um geschätzte 40 Millionen Tonnen. Das Ergebnis grüner Politik.

Hohes Preisniveau bleibt

Es werde, so Vahrenholt, im Übrigen zu einer Verfestigung des hohen Preisniveaus in Deutschland kommen, denn Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke seien ja mit den hohen europäischen CO2-Emissionszertifikaten teuer gemacht worden. Man könnte also auch in Zeiten der Energiekrise die CO2-Zertifikatpreise senken. Die einfachste und zukunftsträchtigste Antwort allerdings wäre es, das Angebot an preiswertem Strom durch Kernkraftwerke, eigene Fracking-Gasförderung und grüne Kohlekraftwerke zu erhöhen. Es sei schon verwunderlich, dass die Ampelregierung glaube, durch Windenergie und Solarstrom, die heute etwa zwischen 5 und 10 Prozent der Primärenergie darstellen würden, über die Runden zu kommen.

Renaissance der Kohle

Nicht nur in Deutschland gehe es zurück zur Kohle, auch in Italien, Holland, Griechenland und Ungarn würden stillgelegte Kohlekraftwerke wieder reaktiviert. Alles Länder, die auf Gas gesetzt hatten. So habe sich schon im ersten Halbjahr 2022 der EU-Kohleverbrauch um 10 Prozent erhöht. Im zweiten Halbjahr werde die Steigerungsrate deutlich höher sein, denn Indien und China würden die Kohlekraft ausbauen. 70 Prozent der weltweiten Kohlenutzung finde in China und Indien statt. China werde bis 2025 mehr Kohlekraftwerke bauen als die USA im Bestand habe. Indien werde seine Kohleflotte um 25 Prozent bis 2030 erhöhen!

Drei Viertel der CO2-Emissionen weltweit stammten aus Kohlekraftwerken. Das seien etwa 30 Milliarden Tonnen von 40 Milliarden Tonnen insgesamt. China verbrenne mehr Kohle als der Rest der Welt. Allein im letzten Jahr seien es 6 Prozent mehr gewesen! Im Übrigen stecke ein Teil der Emissionen in den Gütern, die China auch nach Deutschland exportiere, zum Beispiel in den Batterien angeblich CO2-armer E-Autos, die der EU zufolge aus Klimaschutzgründen ab 2035 ausschließlich angeboten werden dürfen. E-Autos mit chinesischen Batterien würden auf Jahre mehr CO2 emittieren als Autos mit Verbrennungsmotoren. Die Folge der starken Nachfrage nach Kohle habe im Übrigen dazu geführt, dass die Kohlepreise gegenüber 2020 um etwa das Sechsfache gestiegen seien. Wenn sich diese Energiepolitik in Berlin nicht grundlegend ändere, werde dies zu einer massiven Deindustrialisierung Deutschlands führen.

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Aktuelle Ausgabe2/2023