Unfassbar

Habeck streicht Mittel für Zukunftsforschung

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) wird langsam zu einer Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

In Sachen Kernenergie und Nutzung der Kernkraftwerke hat er die Bevölkerung mit einem getürkten Gutachten im Frühjahr 2022 regelrecht angelogen. Ideologie statt Sachverstand. Fachleute aus den Ministerien raus, grüne NGO-Ideologen rein. Was dabei herauskommt, kann man an einem anderen Beispiel deutlich machen.

Seit 1958 gibt es in Deutschland die sogenannte „Industrielle Gemeinschaftsforschung“ (IGF). In dieser IGF sind rund 25.000 kleine und mittelständische Unternehmen organisiert, die gemeinsam ein Netzwerk zur Forschung und Förderung neuer Technologien aufgebaut haben. Dieses Netzwerk, das weltweit einmalig ist, wird mit jährlich 200 Millionen Euro aus dem Bundeswirtschaftsministerium gefördert. Diese Förderzusage läuft Ende dieses Jahres aus. Derzeit arbeiten in fast 1900 Projekten rund 1200 Forschungseinrichtungen branchenübergreifend, grundlagenorientiert und damit vorwettbewerblich an neuen Technologien für Themen wie Mobilität, Materialforschung, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

So haben Forscher aktuell ein neues Korrosionsschutzkonzept ausgeklügelt, mit dem Stahlbaukonstruktionen zum Beispiel im Brückenbau dramatisch längere Lauf- und Lebzeiten haben. Ein mittelständisches Unternehmen alleine kann so etwas nicht leisten. Deshalb diese Forschungsgemeinschaft, das Netzwerk, das höchst erfolgreich in 60 Jahren neue Produkte und Standards erarbeitet hat, die mit dazu beigetragen haben, dass Deutschland im industriellen Sektor Weltmarktführer ist.

Wie man auf die Idee kommen kann, diese 200 Millionen Euro zu streichen, erschließt sich keinem Beteiligten. Und die Aussage aus dem Ministerium, dass man die Administration, das Programm, auf eine „vergaberechtskonforme und zeitgemäße Grundlage“ stellen wolle, ist schlicht eine Drohung, denn sinnigerweise sind diejenigen, die es betrifft, in diesen sogenannten Beratungsprozess überhaupt nicht eingebunden. Ein Leuchtturmprojekt auf dem Altar der Unkenntnis und Unfähigkeit eines Kinderbuchautoren geopfert.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe2/2023