Aus der Arbeit der CDU Kreistagsfraktion Lahn-Dill

Flammendes Plädoyer für den Neubau der Friedrich-Fröbel-Schule
Kreistagsmehrheit lehnt CDU-Initiative ab

Mit sehr persönlichen Worten und inhaltsreicher Argumentation begründete für die CDU-Kreistagsfraktion Sabine Sommer (Bischoffen), auch als Mutter eines betroffenen Kindes und Vorsitzende des Fördervereins der Fröbelschule, warum aus ihrer Sicht und aus Sicht der Union der Neubau dieser Schule zwingend nötig sei, eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung und einer Abteilung für körperliche und motorische Entwicklung.

Im Rahmen eines Besuches hätte sich die CDU-Kreistagsfraktion vor einigen Monaten davon überzeugen können, so Sommer, welch großartige Arbeit dort geleistet werde. Die Schule habe aufgrund ihrer fachlichen und pädagogischen Kompetenz eine hohe Akzeptanz. Man wisse um die Bedeutung der individuellen Förderung gerade der Kinder, die eine besondere Förderung zwingend nötig hätten. Unter anderem deshalb seien die Schülerzahlen auch steigend. Einstmals ausgelegt für rund 120 Schüler, habe sie derzeit etwas über 170 Kinder, Tendenz durchaus steigend.

Um dieser gewachsenen Schülerzahl gerecht zu werden, habe die Schule in den letzten Jahren bedauerlicherweise die Lehrküche in einen Klassenraum umfunktionieren müssen, ebenso den Hauswirtschaftsraum und den Ergotherapie-Raum. Räume, die man eigentlich für fachliche Zwecke besser nutzen könnte. Wenn man gleichzeitig wisse, dass die Schule aus einem Altbau aus Mitte der 80er Jahre bestehe und einem Erweiterungsbau aus dem Jahr 2009 und dass beispielsweise die Trinkwasserversorgung seit Jahren (!) mit Legionellen verseucht sei, der Hausmeister jeden Sonntag alle Wasserhähne der Schule für zwei Stunden aufdrehe, um Legionellen vorzubeugen, Fachräume wie beschrieben umfunktioniert würden, dann sei klar, dass hier dringender Handlungsbedarf sei. Überlegungen des Kreises, die Schule an zumindest zwei Standorten auf Dauer unterbringen zu wollen, erteilte die CDU eine klare Absage.

Eine Schule für alle Fröbelschüler

Man könne zeitlich befristet eine Schule immer mit zwei Standorten führen. Es sei aber nie (!) eine Dauerlösung. Dies führe zu einer Zersplitterung der Schule, führe zu erhöhtem Organisationsaufwand in allen Bereichen, und die Einheit einer Schule als Schulgemeinde werde auf diese Art und Weise nicht erreicht. Für die Union, fügte Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer hinzu, sei dies auch pädagogisch völlig inakzeptabel. Daher fordere sie prinzipiell einen Neubau. Sie sei offen für die Frage, an welchem Standort. Wenn es am bestehenden Standort bautechnisch machbar sei, sei das prinzipiell in Ordnung, wobei die Verkehrs- und die Parkplatzproblematik nicht vergessen werden dürfe, denn die Andienungssituation morgens und nachmittags durch die aus dem gesamten Kreisgebiet angefahrenen Kinder durch Malteser, DRK und andere, sei fahrtechnisch problematisch. Hinzu komme, dass es entschieden zu wenig Parkplätze für das Kollegium und die Assistenzkräfte gebe, so dass diese im benachbarten Blankenfeld in einer Form parken müssten, die im Grunde genommen nicht zulässig sei.

Wenn man neu baue, so die Auffassung der Union, dann gehöre dazu eine entsprechende Turnhalle, eine entsprechende Aula und die entsprechenden Fachräume für Kinder, die teilweise erhebliche Einschränkungen hätten. Es sei völlig richtig gewesen, dass man im Bereich der allgemeinbildenden Schulen für das Schulzentrum rund 100 Millionen Euro aufgewendet habe. Dies habe die CDU initiiert. Der Kreistag sei gefolgt. Dafür sei die Union im Interesse der betroffenen Schulen dankbar. Aber man dürfe nicht auf dem Rücken von Förderschülern sparen. Das sei der falsche Ansatz. Deshalb die Forderung nach einem Neubau prinzipieller Art.

Schuldezernent Roland Esch (FWG) erklärte, dass diese Lösung von der Schule nicht gewollt sei. Kreistagsabgeordneter Wolfram Dette (FDP) fügte hinzu, dass ein kompletter Neubau wirtschaftlich nicht vertretbar sei, und für die Grünen erklärte Emely Green, dass man wegen der Inklusion die Stadtnähe benötige. Eine Argumentation, der sich Cirsten Kunz von der SPD anschloss. Kritik zum CDU-Vorschlag kam auch von der AfD. Die Linke erklärte, dass der Antrag der CDU sinnlos sei. Das Ergebnis der Abstimmung war dann eindeutig. Außer der CDU lehnten alle anderen zu Lasten der Fröbelschule ab.

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Sabine Sommer
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Aktuelle Ausgabe01.09.