Seit 35 Jahren Parkplatzprobleme am Schulzentrum

CDU setzt sich erneut für Bau einer Parkpalette ein

Am 29.3.2022 berichtete die WNZ über „Das Parkplatzdilemma“ am Berufsschulzentrum und wies in diesem Artikel zu Recht darauf hin, dass sich die Anwohner aus dem Bereich Landhege, aber auch aus dem Blumenviertel, seit Jahren über wildes Parken der Schüler beschweren, die ihre Autos natürlich irgendwo abstellen müssen, der Kreis sich aber bisher außerstande gesehen hat, das Parkplatzproblem zu lösen.

Schon Landrat Bökel (SPD) versprach Abhilfe

Wenn man sich die Historie einmal anschaut, kann man diese Zeit als eine Zeit der gebrochenen Versprechen seitens der Kreisregierung bezeichnen. In der WNZ am 8.2.1986 gab es einen Artikel zu der Thematik mit der Überschrift „An der Wetzlarer Goetheschule herrscht chronischer Parkplatzmangel“, also bereits vor 36 Jahren. Der damalige Landrat Gerhard Bökel erklärte, es schwebe ihm vor, Teile dieser städtischen Parkflächen vor dem Europabad zu überbauen. Dies solle in Übereinstimmung mit der Stadt Wetzlar geschehen, „denn das Parkproblem am Schulzentrum drängt“. Da hatte er recht. Er schlug vor, ein Parkdeck auf Stahlstützen vorzusehen. Das sei relativ preiswert und schnell aufzubauen, und im Übrigen könne man das Ganze auch mit Hängegewächsen begrünen. Er hoffe, so Bökel, dass mit Beginn des neuen Schuljahres 1986/87 das Parkplatzproblem gelöst sei.

Es wurde nicht gelöst. Der damalige CDU-Kreistagsabgeordnete Dieter Steinruck fragte im Bauausschuss vom 5.12.1986 nach, wie denn der Stand der Planung sei. Der damalige Baudirektor erklärte, es lägen dem Bauamt drei Alternativen vor. Geschehen ist nichts. In den 90er Jahren startete die CDU eine erneute Initiative. Die WNZ berichtete am 31.1.1998, dass jeden Tag Massen von Schülern mit ihrem Auto händeringend einen Parkplatz suchen. Es geschah wieder nichts. Im Jahr 2001 hatte erneut die Union eine Initiative gestartet und den damaligen Oberbürgermeister Dette gebeten, dass auch die Stadt sich entsprechend beteiligen möge, schließlich gehe es auch um die Europabad-Besucher. Dette hatte zum Thema Parkpalette signalisiert, dass die Stadt gegebenenfalls bereit sei, sich an der Finanzierung in angemessenem Rahmen zu beteiligen, wenn der Kreis eine solche Maßnahme vorsehen wolle.

Bekanntermaßen hat auch das nicht funktioniert. Mit Datum vom 25.11.2002 ein neuerlicher Versuch der CDU-Kreistagsfraktion, das Thema im Sinne der Schüler und der Europabad-Besucher zufriedenstellend zu lösen. Der Antrag wurde abgelehnt.

Kreisbeigeordneter Wegricht (SPD):

Schülerparkplätze politisch nicht gewollt

Im Protokoll des Kreistages vom 20. Januar 2003 ist nachzulesen, dass die damalige CDU-Kreistagsabgeordnete Thekla Adamietz erklärte, dass es entsprechende Probleme gebe. Die Anlieger würden sich beschweren, dass ihre Parkplätze belegt, Einfahrten versperrt seien, und die Schwimmbadbesucher hätten kaum Parkmöglichkeiten. Die Stadt Wetzlar, so Adamietz, habe signalisiert, bei der Problemlösung mitzuhelfen, wenn genaue Planungen vorliegen würden. Planungen gibt es bis heute nicht! In dieser Sitzung erläuterte Kreisbeigeordneter Wegricht, dass man Verbesserungen für die Lehrerschaft erreicht habe. Auf die Frage nach der Schaffung von ausreichenden Parkmöglichkeiten für Schüler erklärte er, dass dies „politisch nicht gewollt“ sei.

Neue Hoffnung 2016

Es war einmal mehr die CDU, die den Finger in die Wunde legte. Im Bauausschuss am 5.9.2016 gab es eine interessante Äußerung der zuständigen Bauverwaltung des Kreises, wonach ein Parkdeck mit ca. 300 Stellplätzen im hinteren Bereich Richtung Europabad vorgesehen sei. Der zuständige Schuldezernent Schreiber (Grüne) erklärte, dass es Ziel sei, das wilde Parken „im Blumenviertel“ zu vermeiden. Er setze auf moderne Mobilitätskonzepte, das heißt, digitale Hilfsmittel, um die Schülerströme zu lenken. Er sprach von digitalen Mitfahrgemeinschaften und dem Ausbau von Park & Ride Parkplätzen. Hehre Wünsche, mit der Lebenswirklichkeit häufig nur begrenzt kompatibel. Aber: Er gehe davon aus, dass mit dem zusätzlichen Parkhaus die Problematik gelöst werde Auf dieses zusätzliche Parkhaus warten noch immer alle Beteiligten.

Nur der Form halber sei erwähnt, dass 2017 erneut eine CDU-Initiative startete, allerdings ebenfalls ohne Erfolg. Sie scheiterte an SPD, FDP, FWG und Grünen. Jetzt hat die CDU mit Datum vom 2.5.2022 noch einmal konkret den Antrag gestellt, dass dort eine Parkpalette errichtet wird, denn die Situation hat sich substanziell nicht verändert. Die spannende Frage ist im Übrigen, warum weder die Absicht des damaligen Landrates Bökel (SPD) noch die Absicht des damaligen Schuldezernenten Schreiber (Grüne) 2016 in die Tat umgesetzt wurden. „Vielleicht gibt es ja jetzt eine kleine Hoffnung“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer.

Aktuell:

SPD, FDP, Grüne, FWG lehnen ab

In der vor wenigen Tagen stattgefundenen Kreistagssitzung lehnten die oben genannten Fraktionen den CDU-Antrag ab. Lediglich die AfD unterstützte den Antrag. Schuldezernent Esch (FWG) wies darauf hin, dass es genügend Parkplätze gebe.

 

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Aktuelle Ausgabe01.12.