LDK-Unterstützung für Ukraine-Flüchtlinge

Hotline-Mitarbeiter empfiehlt Fragesteller,
Hotline anzurufen

Eine heimische Familie, kleiner mittelständischer Betrieb, hat vor über drei Monaten fünf ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, wovon zwei im Betrieb arbeiten können. Die Familie kümmert sich um die fünf Ukrainer, geht zu Banken, Behörden und anderem mehr, meldet sie offiziell an und bitten um ärztliche Behandlungsscheine, da zwei Mitglieder der Familie dringend ärztliche Überwachung und Behandlung benötigen.

Der Firma wurde dann einen Tag später mitgeteilt, dass die Unterlagen an die Sachbearbeitung des Fachdienstes Zuwanderung/Emigration weitergeleitet seien. Wegen der medizinischen Versorgung werde sich die Sachbearbeitung „zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen“. Wichtig der Hinweis, dass Vorsprachen ohne Termin nicht möglich sind. Sechs Wochen später schrieb der Unternehmer seinen Frust von der Seele. Er teilte der zuständigen Stelle mit, dass man versucht habe, die Hotline der Ukraine-Flüchtlinge zu erreichen. Wörtlich heißt es dort: „Zwei Stunden Wartezeit bei dieser Hotline waren die Regel, nicht die Ausnahme. Wenn man dort tatsächlich mal wider Erwarten durchkam, bekam man keinerlei kompetente Aussage. In einem Fall wurde uns von einem Mitarbeiter der Hotline allen Ernstes geraten, doch mal die Hotline des Lahn-Dill-Kreises anzurufen, denn dort könne man uns bestimmt helfen, um wenige Sekunden später festzustellen, oh, die Hotline, das sind ja wir.“ Hier ist jeglicher Kommentar überflüssig.

Schon vor Monaten hatte die Familie den Antrag beim Lahn-Dill-Kreis gestellt, die Kosten für die Wohnungsüberlassung zu übernehmen. Auch hier ist bis heute nichts geschehen. Auf Nachfrage wurde mitgeteilt, dass man überlastet sei und man sich irgendwann melden würde. Das ist doch einmal eine erschöpfende Antwort. Eine Rückmeldung ist immer noch nicht erfolgt. Mittlerweile ist auch nicht mehr der Lahn-Dill-Kreis zuständig, sondern das Jobcenter. Und, so die Aussage des Kreises, das Jobcenter werde sich schon melden, während das Jobcenter sagt, sie werten gerade die Unterlagen des Lahn-Dill-Kreises aus, es müsse alles neu beantragt werden, aber dann benötige man einen Mietvertrag.

Wenn die Familie selbst nicht so engagiert wäre, würde es der ukrainischen Familie deutlich schlechter gehen, denn nicht jeder ist in der Lage, über einen längeren Zeitraum alles finanziell zu managen, Termine beim Arzt zu organisieren und auch die Kosten zu übernehmen.

Unbürokratische und schnelle Hilfe sieht allerdings völlig anders aus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe8/2022