Die B49: Wetzlar schont die Umwelt nicht

Im Rathaus Wetzlar favorisiert man umweltfeindliche Alternativen zur Hochstraße.

Zerstört damit bestes Ackerland und bringt lokale landwirtschaftliche Betriebe in Existenznot. Die Hochstraße als umweltfreundlichste Lösung möchte man nicht. Dagegen erwächst nun der Widerstand der umliegenden Gemeinden, die Wetzlar bei der Planung ignoriert hat. In Lahnau hat man eine Resolution für den Erhalt der Hochstraße auf den Weg gebracht. Und auch in Solms diskutiert man die Problematik.

Bleibt noch die Frage nach den Kosten für den Steuerzahler. 2016 und 2019 schätzte man bei Hessen Mobil die notwendigen Ausgaben für das gut einen Kilometer lange Konstrukt auf einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Plausibel, denn ähnliche Bauten verschlingen vergleichbare Summen. Nicht zu verstehen ist, warum sich die Kosten 2021 plötzlich verfünffachen. Auf ca. 480 Millionen Euro. Das hessische Verkehrsministerium und Hessen Mobil liefern auf Anfrage keine Fakten mit Zahlen, die nachprüfbar wären. Selbst Fachleute fragen sich, warum die Hochstraße nun genau so viel kostet, wie die Hochmoselbrücke. 2019 fertiggestellt, 160 Meter hoch, nur der Brückenteil fast 2 Kilometer lang, mit zahlreichen zusätzlichen Brücken und Auffahrten über eine Gesamtlänge von fast 25 Kilometer. Wo ist das Gericht, das diese Planung nachprüft?

Der Bundesrechnungshof, bereits Ende 2020 auf die damals schon unklare Kostenfrage angesprochen, reagiert jedenfalls nicht. Wenn wundert es, dass sich die Bürger von manchen Politikern nicht mehr vertreten fühlen und ihnen gegenüber starkes Misstrauen hegen. Diese „schwarzen Schafe“ diskutieren die Sorgen der Bürger ungeprüft weg und lassen sie in einem „schwarzen Loch“ verschwinden. Demokratie geht anders!

Aktuelle Ausgabe5/2022