Aus der Arbeit der CDU Kreistagsfraktion Lahn-Dill

Fairtrade-Produkte

Kreistag vergibt Chance

In einem Antrag vom August des letzten Jahres hatte sich die CDU-Kreistagsfraktion dafür eingesetzt, dass der Kreis im Sinne von Fairtrade in seinem Zuständigkeitsbereich verstärkt fair gehandelte Produkte verwenden soll, die man beispielsweise in ortsansässigen Eine-Welt-Läden erwerben kann. Außerdem wurde der Kreisausschuss aufgefordert, darüber zu berichten, wo fair gehandelte Produkte in der letzten Legislaturperiode eingesetzt wurden.

Zum Hintergrund erklärte CDU-Kreistagsabgeordnete Carmen Lenzer, dass die Idee von Hans-Jürgen Irmer, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU, stamme, der gerne im Fairtrade-Laden in der Altstadt einkaufe, weil er von der Sinnhaftigkeit fairen Handels überzeugt sei. Die Stadt Wetzlar, so Lenzer, sei seit Mai 2016 eine Stadt des fairen Handels. So konnte man in Kantinen und Kaffeeküchen oder bei Sitzungen und Veranstaltungen auf Fairtrade-Produkte zurückgreifen. Aus Sicht der Union mache es Sinn, weitere Möglichkeiten für den Einsatz von Fairtrade-Produkten zu prüfen, zum Beispiel als Geschenke, in Schulen, in Kitas… Fairer Handel garantiere den Produktionsgemeinschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika existenzsichere Löhne, stabilere Preise sowie langfristige Handelsbeziehungen und damit eine Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen.

Wer nun gedacht hatte, die Koalition aus SPD, FDP, Grünen und FWG würde dem aus innerer Überzeugung zustimmen, sah sich getäuscht, denn es kann nicht sein, was nicht sein darf, einem Antrag der CDU so einfach zuzustimmen. Was macht die Koalition? Sie verwässert diesen gezielt auf Fairtrade-Produkte ausgerichteten CDU-Antrag und erweitert ihn in dem Sinne, dass der Kreis aufgefordert wird, zusätzlich Produkte aus lokaler und ökologischer Produktion zu kaufen. Gegen letzteres hat niemand etwas, es entspricht aber nicht dem Gedanken von Fairtrade. Der CDU ging es darum, gezielt ein Zeichen für fairen Handel zu setzen. Dass die Union dann letzten Endes der lokalen und ökologischen Produktion zustimmte, war klar. Schade nur, dass die Koalition hier wieder einmal kleines Karo betrieben hat.

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Carmen Lenzer
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Aktuelle Ausgabe01.09.