Appell eines „Corona-Demonstranten“ an Bürgermeister und Landrat

Mit großer persönlicher Betroffenheit hat sich ein Bürger aus Solms (Name und Anschrift sind der Redaktion bekannt) an Bürgermeister und Landrat gewandt, nicht länger Menschen aus verschiedenen Teilen der Gesellschaft zu diffamieren, die im Rahmen der Gesetze friedlich gegen die Grundrechtseinschränkungen, für ihr Recht auf körperliche Unversehrtheit und gegen eine Impflicht in jeglicher Form protestieren.

Der Betroffene, bis 2015 Lehrer an einer Grundschule, in Ehren in den Ruhestand verabschiedet, arbeitete noch bis Anfang 2020 ehrenamtlich in „seiner“ Schule, die einen höheren Ausländeranteil hat. Er fühlt sich als „Verfassungsfeind, Rechtsradikaler, Verschwörungstheoretiker und als Schwätzer ohne Faktenbasis“ beschimpft. Sein ganzes Leben habe er Parteien der politischen Mitte gewählt. Die Demonstrationen im heimischen Raum seien immer friedlich gewesen. Es habe keine Agitationen – höchstens von den am Thema vorbei agierenden, sogenannten Gegendemonstranten – gegeben, keine rechtsradikalen Plakate.

Die Gründe für ihn, wie für die allermeisten Bürger ebenfalls, an diesen Demonstrationen teilzunehmen, lägen darin begründet, dass aus seiner persönlichen Sicht die Wirksamkeit der verimpften Stoffe fraglich sei, dass es kaum Studien gebe, die den Schutz der Impfstoffe unter der Omikron-Variante vor schwerer Erkrankung untersuchten, so das RKI selbst. Er sei von den Booster-Impfungen nicht überzeugt und befürchte eine immer kürzere Wirkdauer. Die Impfung von Kindern, die auch fachlich umstritten sei, lehne er ab. Er sei generell gegen eine Impfpflicht.

Daher sein Appell an die Politik um Mäßigung. Es sei schade, dass weder Landrat noch Bürgermeister bereit seien, in kleinerem oder größerem Kreis zu einer Gesprächsrunde zusammenzukommen. Die gesamte Debatte sei schwierig, das verstehe er. Er akzeptiere auch, dass die Politik vieles versuche, aber es sei das gute Recht eines jeden Bürgers, politische Entscheidungen mit erheblichen Auswirkungen auf die individuellen Freiheitsrechte zu kritisieren.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2022