Lahn-Dill-Kreis fordert zur Denunziation auf

Kurz vor Weihnachten gaben SPD-Landrat Wolfgang Schuster und SPD-Gesundheitsdezernent Stephan Aurand bekannt, dass es jetzt im Lahn-Dill-Kreis die Möglichkeit gebe, Verstöße gegen die Corona-Regeln direkt an den Lahn-Dill-Kreis zu melden. Mit anderen Worten, Bürger werden indirekt aufgefordert, sich als Denunzianten zu betätigen. Es ist im Moment ohnehin, so sagen Verwaltungschefs, festzustellen, dass vermehrt Hinweise und Anzeigen wegen tatsächlichen oder vermeintlichen Verstoßes gegen Corona-Regeln erfolgen.

Nicht unerheblich dabei die Zahl derjenigen, die das anonym machen. Gastwirte sind angelappt worden, weil sie an der Kasse stehend einen Moment die Maske von der Nase nahmen. Sie sind „Undercover“ angelappt worden, weil sie vermeintlich nicht konsequent genug den Impfstatus abfragen… Es gäbe noch eine Reihe weiterer Beispiele, die zeigen, dass die Gefahr besteht, dass diese Gesellschaft gespalten wird.

Es ist ja auch so herrlich einfach, anonym mit dem Finger auf vermeintliche Sünder oder missliebige Menschen zu zeigen. Wer sich beschweren möchte, wendet sich dafür mit Klarnamen, Anschrift und Telefon an die zuständigen offiziellen Stellen. Das ist in Ordnung. Aber eine Denunzianten-Hotline einzurichten, widerspricht den Gepflogenheiten in einem demokratischen Staat. Ein absolutes No-Go.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Kreisvorsitzender der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2022