Wahlsplitter I

Hessischer Rundfunk entschuldigt sich bei Irmer

Zufall oder nicht? Absicht oder nicht? Darüber wird man trefflich streiten können. Aber wer den Hessischen Rundfunk ob seiner Berichterstattung in den vergangenen Jahren aufmerksam verfolgt hat, vermag nicht an Zufälle zu glauben. Was war geschehen?

Wenige Tage vor der Wahl berichteten HR3 und am nächsten Tag HR4 über die Nebeneinkünfte von Abgeordneten, darunter der angebliche Großverdiener Hans-Jürgen Irmer, der laut HR in den letzten gut drei Jahren rund 450.000 Euro an Nebeneinkommen verdient hätte. Gelogen und willkürlich. Diese Zahl entbehrt jeder Realität.

Nachdem Irmer beim HR interveniert hatte, woher denn diese falsche Zahl stamme, erklärte man nach Recherche, dass man diese von Abgeordnetenwatch habe. Bei Abgeordnetenwatch handelt es sich um eine links-grüne Privatinstitution, die durch nichts legitimiert ist. Man habe, so der HR, diese Zahl in der Tat ungeprüft übernommen und Irmer in seiner Eigenschaft als Herausgeber des „Wetzlar-Kurier“ diesbezüglich auch nicht befragt. Seriöser Journalismus sieht eindeutig anders aus.

HR-Intendant Manfred Krupp teilte mit Datum vom 20. September mit, dass man nicht erläutert habe, dass es sich um „Annäherungswerte“ handele – auch die Annäherungswerte sind in jeder Hinsicht frei erfunden – und fügte hinzu, dass man dem Hörer gegenüber nicht erklärt habe, dass es sich prinzipiell um Bruttoeinnahmen handele. Das heißt, es gehen die Kosten für den Druck der Zeitung, der über Wetzlar-Druck (jetzt VRM) erfolgt ab, die Verteilkosten (der Kurier wird von der WNZ/VRM verteilt), die Steuern, die Personalkosten, die Bürokosten, die Ausstattung… Und der fünfstellige Rest wird ordnungsgemäß dem Finanzamt gemeldet, Steuern gezahlt, und im Übrigen werden, wie es das Gesetz vorschreibt, sämtliche Einnahmen der Bundestagsverwaltung ordnungsgemäß gemeldet. Also: kein Skandal!

„Wir bitten Sie, dies zu entschuldigen“, so HR-Intendant Manfred Krupp. Aber das falsch Gesagte war in der Welt, und irgendetwas bleibt immer hängen – so gewollt?

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe10/2021