CDU-Kreistagsfraktion besuchte die Sonnenhof GbR in Holzhausen

Computergesteuerte Landwirtschaft

„Hightech auf dem Bauernhof“ konnten Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion bei einem Besuch auf dem „Sonnenhof“ in Greifenstein-Holzhausen hautnah erleben. Florian Müller, der den Familienbetrieb als Nebenerwerbslandwirt mit seinem Mitgesellschafter Christian Tropp mit insgesamt 2,5 Vollzeitstellen führt, stellte den Hof vor. Derzeit bewirtschafte man, so Müller, 175 Hektar, davon 120 Hektar Grünland. Man habe zurzeit 220 Stück Milchvieh inkl. weiblicher Nachzucht. Die Milch werde in eine genossenschaftliche Käserei, die den Landwirten gehört, nach Coburg in Oberfranken geliefert. Die nach Coburg gelieferte Milch werde dort zu Käse verarbeitet und sei Garant für höchste Qualitätsansprüche.

Müller hielt ein flammendes Plädoyer für die Landwirtschaft und die Landwirte, die nicht nur die Menschen versorgten, sondern auch Land und Boden hegen und pflegen würden, und zwar aus ureigenstem Interesse. Daher beschränke man sich auf ein absolutes Mindestmaß an Nährstoffen. Die Nährstoffzufuhr Gülle werde computergenau gesteuert, so dass es zu keiner Überdüngung komme. Das Getreide, das man an die Kühe verfüttere, stamme zu 85 Prozent aus eigener Produktion. Die Kühe selbst hätten ein Höchstmaß an Auslauf und modernste Technik sorge für den entsprechenden Tierschutz. Da man auch Getreide und Mais anbaue, bereite die Ausbreitung des Wildschweines größte Probleme, denn der Wildschaden sei immens. Manche Jagd im Kreis sei kaum noch zu verpachten, da das Risiko, für Wildschäden aufzukommen, immer größer werde.

Auf Unverständnis würden manche behördlichen Anforderungen, was Bürokratie angehe, stoßen. So müsse man beispielsweise ein Weidetagebuch führen, aus dem ersichtlich sei, welche Kuh auf welchem Schlag Grünland gestanden habe, die Nährstoffbilanz sei schlagbezogen darzustellen, der Gülleeinsatz zeitlich befristet, was lebensfremd sei, da man einfach zu wenig flexibel sei. Wenn dann noch die Agrardieselsubvention, wie von den Grünen gefordert, 2022 wegfalle, werde dies die Landwirtschaft erheblich treffen. Er wünsche sich, so Müller, generell mehr Sachverstand, ein offenes Ohr für die Praxis und weniger Politik vom Grünen Tisch aus bzw. weniger Ideologie, was bei Hans-Jürgen Irmer, dem Fraktionsvorsitzenden der CDU-Kreistagsfraktion, seinen Kolleginnen Heike Ahrens-Dietz, Carmen Lenzer und Lisa Schäfer sowie Kreisbeigeordnetem Steffen Dross, zugleich Vorsitzender der Greifensteiner Union, sowie seinen Kollegen Christian Irmer und Harald Herr auf großes Verständnis stieß.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

Bildergalerie

Aktuelle Ausgabe10/2021