CDU-Kreistagsfraktion fordert korrektes „Deutsch“ in der
Amtssprache des Kreises

Rund 70 Prozent der Bevölkerung sind gegen den aus ideologischen Gründen gestarteten Versuch, die deutsche Sprache zu verunstalten durch den sogenannten Genderstern oder den Unterstrich, Doppelpunkt und anderes mehr, zumal es dafür auch keine rechtliche Grundlage gibt. Dies war für die CDU-Kreistagsfraktion, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer und Johannes Volkmann, Kreistagsabgeordneter aus Lahnau, Anlass, einen Antrag im Kreistag zu stellen, wonach die Kreisverwaltung aufgefordert wird, die Amtssprache Deutsch voll umfänglich anzuwenden und im amtlichen Gebrauch auf die sogenannte „gendergerechte Sprache“ im Sinne der Barrierefreiheit und der grammatikalischen Korrektheit zu verzichten.

Man müsse hinzufügen, dass der Rat für deutsche Rechtschreibung die unterschiedlichen Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen ausdrücklich ablehnt. Der Gendersprache, so die beiden Unionspolitiker, liege ein Weltbild zugrunde, das die Gesellschaft nicht als Ganzes sehe, sondern sie nach Geschlechtern, sexuellen Orientierungen und weiteren Merkmalen in Gruppen einteile. Das zusätzliche Gendersternchen, Unterstrich… wären also ein Rückschritt bei der Gleichberechtigung, denn seit Jahrhunderten sei das generische Maskulinum geschlechtsneutral.

Die Gendersprache sei auch in anderer Hinsicht nicht inklusiv, sondern ausgrenzend. Zahlreiche Sehbehinderte seien auf die Nutzung sogenannter Screenreader angewiesen. Diese Geräte seien häufig nicht in der Lage, Interpunktionszeichen innerhalb von Wörtern richtig zu interpretieren, so dass Sätze und Formulierungen sinnentstellend vorgelesen würden. Aus gutem Grund spreche sich daher der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband als Interessenvertretung der Betroffenen gegen das Gendern aus. Diese Einschätzung teile man ausdrücklich, so Irmer und Volkmann.

Ebenso nachteilig wirke sich laut Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V. die Anwendung der Gendersprache auf Millionen Menschen in der Bevölkerung aus, die entweder funktionale Analphabeten seien oder häufig einen Migrationshintergrund hätten. Für diese werde das Erlernen der deutschen Sprache noch schwieriger, da sie von Sonderzeichen oder Binnenversalien stark irritiert würden und nicht wüssten, wie diese auszusprechen seien. Daher müsse einer grammatisch falschen Gendersprache, die den Lesefluss sowie die Verständlichkeit massiv beeinträchtige und Menschen ausschließe, entschlossen entgegengetreten werden.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2021