Auf Antrag der CDU:

Notfallfonds für Vereine soll jetzt doch kommen

In einem Antrag vom 10. Mai dieses Jahres hatte die CDU-Kreistagsfraktion beantragt, in den Haushalt des Jahres 2022 und den der folgenden Jahre jeweils einen Betrag von 100.000 Euro pauschal für einen Notfallfonds für Vereine einzustellen. Einen ähnlichen Antrag hatte die Union vor gut drei Jahren schon einmal gestellt. Dieser wurde damals von der Viererkoalition SPD, FWG, Grüne und FDP allerdings abgelehnt. Die gleiche Koalition legte im letzten Jahr einen sogenannten Corona-Vereinsförderungsfonds auf, zufälligerweise in der gleichen Größe von 100.000 Euro, der aber auch nicht ansatzweise ausgeschöpft wurde, weil die Bedingungen, die man als Verein erfüllen musste, um einen Zuschuss zu erhalten, so bürokratisch, so hoch waren, dass nach Kenntnisstand der Union nur ein oder zwei Vereine einen Zuschuss erhielten.

Für die Fraktion der CDU hatten Sascha Panten und Fraktionschef Hans-Jürgen Irmer deutlich gemacht, welchen Stellenwert die Vereine für die Union einnehmen. Sie werden in aller Regel ehrenamtlich von engagierten Menschen geleitet, die im Sportbereich tätig sind, im Kultur-, Jugend-, Sozialbereich…, die sich zum Ziel gesetzt haben, etwas für diese Gesellschaft machen zu wollen, sich für andere einzusetzen, junge Menschen an die Hand zu nehmen, ihnen Werte und Orientierung zu vermitteln. Leider habe man in den letzten Jahren immer wieder lesen müssen, dass Vereine völlig unverschuldet in Not geraten sind, ob dies ein von Wildschweinen völlig verwüsteter Sportplatz war, ein von Vandalen heimgesuchtes Vereinsheim oder der Brand einer Vereinshalle. Alle Vereinsmitglieder stünden von heute auf morgen vor einem großen Dilemma. Sie müssten einerseits den Verlust verarbeiten und auf der anderen Seite Kräfte sammeln, um wieder aufzubauen, Förderanträge zu stellen, nachzufragen, wo man Unterstützung bekommt und vieles andere mehr.

Genau für solche Fälle möchte die CDU, dass auf Kreisebene ein entsprechender Fonds eingerichtet wird, aus dem unbürokratisch schnelle erste Hilfe geleistet wird, denn vielfach ziehen sich Verhandlungen mit Versicherungen und Schadensregulierungen in die Länge und gleichwohl muss man kurzfristig die ein oder andere Entscheidung treffen. Die Koalition lehnte diesen Antrag nicht pauschal ab, sondern erklärte, man müsse ein Konzept, Richtlinien erarbeiten, was in der Sache unstreitig und auch kein Widerspruch zum CDU-Antrag ist, wobei die Union darauf hinwies, dass diese Richtlinien so unbürokratisch sein müssen, dass sie auch tatsächlich lediglich als Richtung zu verstehen sind, um dem Kreisausschuss Handlungsmöglichkeit zu geben.

Ursprünglich sprach sich die Koalition dagegen aus, die Summe von 100.000 Euro in den Haushalt einzustellen, was aber aus Sicht der CDU völlig unlogisch ist, denn was nützen Richtlinien und Konzepte, wenn kein zweckgebundener Zuschuss im Kreishaushalt vorzufinden ist. So einigte man sich schließlich darauf, dass in den Haushalt 100.000 Euro pauschal eingestellt werden, und zwar unter Berücksichtigung eines zu erarbeitenden Konzeptes. Damit zeigte sich die CDU zufrieden und stimmte dem Kompromiss zu, denn in der Sache ist damit ein großer Fortschritt erzielt worden. „Wir werden“, so Panten und Irmer abschließend, „in angemessener Zeit nachfragen, wie der Stand der Erarbeitung des Konzeptes bzw. der Richtlinien ist und freuen uns für die Vereine, dass die Initiative bis hierhin zumindest erfolgreich war.“

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Sascha Panten
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Aktuelle Ausgabe18.09.