Klima- und Umweltpolitik sind nicht grün!

Ein heutzutage häufig verbreiteter und oft kolportierter Irrtum, ist es, Klima- und Umweltschutz mit dem politischen Etikett „Grün“ zu versehen. Was getrost mit dieser Bezeichnung versehen werden darf, ist das Verständnis von Umwelt- und Klimaschutz in Form von Verbotspolitik linker Parteien, insbesondere der Grünen.

Zur Wahrheit gehört, dass es unter der CDU-geführten Bundesregierung, als Reaktion auf das Reaktorunglück in Tschernobyl, zur Gründung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit im Jahr 1986 kam. Die CDU hatte sich bereits seinerzeit vorgenommen, so den umweltpolitischen Herausforderungen zu begegnen. Und so wurde das Umweltministerium bis zum Regierungswechsel 1998 von den CDU-Ministern Walter Wallmann und Klaus Töpfer sowie der späteren Bundeskanzlerin Angela Merkel geführt.

Im Rahmen der Umweltpolitik der Union wurden u. a. das „Wallmann-Ventil“ – ein Überdruckventil, das im Falle einer Kernschmelze das Bersten des Volldruck-Containments verhindern sollte – sowie die Maßnahmen zum Gewässerschutz in Folge der durch das Auslaufen von Chemikalien des Sandoz-Konzern ausgelösten Verseuchung des Rheins, Ausdruck des pragmatischen Umweltschutzes. Auch die Einführung des Gelben Sacks und der Einbau von Katalysatoren in Fabrikschornsteinen zur Bewältigung der Problematik des Sauren Regens und des Waldsterbens sind beispielhafte Maßnahmen, welche von den christdemokratischen Umweltschützern umgesetzt wurden.

Dies ist gleichzeitig der Ausdruck unseres Verständnisses von Klima- und Umweltschutz, denn wir setzen auf die Mündigkeit des Bürgers, wollen weitestgehend Verbote vermeiden und durch einen technologischen Ansatz die uns bevorstehenden Herausforderungen in der Klima- und Umweltpolitik bewältigen. Diese Probleme durch Innovationen zu lösen, tut nicht nur der Umwelt gut, sondern ermöglicht uns zugleich einen volkswirtschaftlichen Nutzen zu ziehen und unsere Technologie in die Welt zu verkaufen, um so dem Klimawandel auf der globalen Ebene zu begegnen. Wir wollen die Vorteile unserer Sozialen Marktwirtschaft dazu nutzen, dass wir effektive Ergebnisse erreichen.

Gut und gerne kann der Bewohner einer Großstadt, die mit Bus und Bahn ausgezeichnet vernetzt ist, auf einen PKW verzichten. Dem ist im ländlichen Raum nicht so, sind die meisten Menschen und gerade Berufstätige, und hier besonders die Pendler, auf ihren fahrbaren Untersatz angewiesen. Verschiedene Lebenswirklichkeiten beanspruchen eben unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten, weshalb wir auf die Erforschung alternativer Treibstoffe, wie Wasserstoff setzen und dort, wo es sinnvoll ist, die E-Mobilität unterstützen. Eine ad-hoc-Politik des Verbotes von Verbrennungsmotoren entspricht aber nicht der Realität eines beträchtlichen Teils der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land, lebte im Jahr 2020 doch rund ein Drittel der Bevölkerung Deutschlands im ländlichen Raum.

Insofern ist eine gute, ausgewogene und durchdachte Klima- und Umweltpolitik eine Lebensversicherung für das Leben in unseren beschaulichen Dörfern und Städtchen, die sich nicht in Metropol- und Ballungsgebieten befinden.

Und gerade hier, auf der kommunalen Ebene, ist die CDU in ihren jeweiligen Städten und Gemeinden dabei, eine Politik zu betreiben, die mit Augenmaß bemessen wird und einen reellen Beitrag zur Bewältigung der Krise unserer Umwelt leisten kann. So wurde in der Dillenburger Stadtverordnetenversammlung im Rahmen der Zukunftswerkstatt 2030+ eine Nachhaltigkeitsstrategie auf den Weg gebracht, mit welcher ein schonender Umgang mit Ressourcen, die Vermeidung von Müll und Kampagnen für ein besseres Umweltbewusstsein, einstimmig auf den Weg gebracht wurde. Wir als CDU Dillenburg sprechen uns klar für energieeffizientes Handeln aus und richten unseren Fokus auf unsere heimischen Wälder, da wir wollen, dass auch unsere Kinder und deren Nachkommen in einem gesunden Ökosystem leben können.

„Wir haben als CDU Dillenburg gemeinsam mit unserem Bürgermeister Michael Lotz eine Umweltinitiative gestartet, die in Form verschiedener Anträge in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht wurde und in Zukunft durch weitere Ideen ergänzt wird. Dabei ist die nachhaltige Betrachtung von anstehenden Entscheidungen von grundsätzlicher Bedeutung, denn wir wollen keine Symbolpolitik, sondern handfesten Klima- und Umweltschutz betreiben!“, so Stadtverbandsvorsitzender Kevin Deusing und Fraktionsvorsitzender Wolfgang Nickel.

„Dabei forcieren wir die nachhaltige und ökologische Flächennutzung in der Oranienstadt und wollen dort, wo möglich, Flächen entsiegeln und begrünen sowie neue Großgrünflächen anlegen. Da Bäume die einzigen extrem günstigen und leicht vermehrbaren CO²-Speicher sind, da sie kinderleicht zu pflanzen sind und der Atmosphäre über Jahre CO² entziehen und langfristig binden, hat die CDU-Fraktion in Dillenburg einen Antrag eingebracht, der den Magistrat beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, wie für jeden am 31.12.2020 gemeldeten Einwohner Dillenburgs ein Baum gepflanzt werden kann. Im Durchschnitt rechnen wir mit 10 kg CO²-Bindung pro Baum pro Jahr. Daher sehen wir in unserem Antrag einen ökologisch sinnvollen Beitrag für das Klima und unsere Umwelt“, so Deusing.

Dies zeigt, Klima- und Umweltschutz ist nicht grün, er muss pragmatisch gelebt werden und darf nicht in Hysterie, verbotspolitische Rundumschläge und Beleidigung politisch Andersdenkender ausarten. Für eine an allen Bedürfnissen orientierte Klima- und Umweltpolitik steht einzig die Christliche Demokratische Union Deutschlands.

Über den Autor

Kevin Deusing
Aktuelle Ausgabe9/2021