Politik über Menschenleben? -
Sollte Taiwan deswegen weiterhin aus der WHA ausgeschlossen werden?

Frankfurt. Vom 24. Mai bis zum 1. Juni fand die 74. Weltgesundheitsversammlung (WHA) der Vereinten Nationen statt. Taiwan wartet noch immer auf eine Einladung zu einer Teilnahme als Beobachter der Versammlung, obwohl hochrangige Politiker weltweit ihrer Unterstützung für Taiwan Ausdruck verliehen haben. Am 5. Mai 2021 erklärten zudem die G7 in einem gemeinsamen Kommuniqué nach dem Treffen der Außenminister, sie unterstützten Taiwans bedeutsame Teilnahme an der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der WHA. Der Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika, Antony Blinken, äußerte am 07. Mai 2021, es gäbe keine vernünftige Rechtfertigung für Taiwans anhaltenden Ausschluss aus der WHA. Die Vereinigten Staaten forderten den Generaldirektor der WHO, Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus, auf, Taiwan zur Teilnahme als Beobachter an der WHA einzuladen.

Seit Anfang 2020 berichten globale Medien über Taiwans erfolgreiche Maßnahmen im Kampf gegen Covid-19 und erkennen seinen signifikanten Beitrag diesbezüglich an. Im vergangenen November hatten mehr als 1700 Parlamentsabgeordnete aus 89 Ländern vor der WHA einen Brief an den Generalsekretär der WHO, Dr. Ghebreyesus gerichtet und die Einladung Taiwans als Beobachter der WHA gefordert. All diese Forderungen haben keine positive Reaktion der WHO hervorgerufen. Taiwan wurde dennoch aus politischen Gründen aus der WHA ausgeschlossen.

Taiwan ist bereit und willens, für die Gesundheit der Menschen auf der ganzen Welt mit den Mitgliedern der WHO zu kooperieren. Die 2,3 Millionen Einwohner Taiwans bewohnen ebenso wie die Bevölkerung anderer Länder diese Erde und sind genau wie sie abhängig von einer lückenlosen Gesundheitsversorgung. Taiwan möchte und sollte nicht mehr allein mit Pandemien wie SARS im Jahr 2003 kämpfen.

Wieso sollte Taiwan weiterhin aus einem Gremium isoliert werden, das Leben rettet und schützt? Ist Politik wichtiger als Menschenleben?

Aktuelle Ausgabe9/2021