BI Hochstraße B49:

Bundesstraße 49 – wegen 600 Meter die Klimaziele verpasst

Der Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es vor: Erhalt vor Neubau! Das Klimaschutzgesetz fordert – um die Ziele erreichen zu können – eine Verminderung des C02-Ausstoßes von 55 Prozent bis zum Jahr 2030. Dieses Gesetz wurde vom Bundesverfassungsgericht gekippt, weil man nicht vorausschauend genug war und nicht über das Jahr 2030 hinaus plant und denkt. Die EU-Kommission verklagt Deutschland, weil nicht genug Naturschutzgebiete ausgewiesen werden. Ein Missstand, der schon viele Jahre andauert.

Damit 600 Meter der B49 in der Innenstadt von Wetzlar wegfallen könnten, ignoriert man diese Grundsätze. Man tritt diese Vorgaben mit Füßen. Man plant kilometerlange Alternativen und nimmt mehr C02-Ausstoß bewusst in Kauf. Man betoniert unberührte Natur und handelt gegen die Vorgaben der EU-Kommission. Man ignoriert den Bundesverkehrswegeplan 2030 bewusst! Und man wendet falsche Richtlinien an. Man verwendet die Norm „EKA2“, die eine Breite von 33 Metern vorsieht. Aber man verschweigt, dass diese nur Anwendung findet, wenn mindestens 5 Kilometer zwischen den einzelnen Auf- und Abfahrten liegen. EKA2 ist für Fernautobahnen auf freiem Land gedacht! Im konkreten Fall befinden sich aber drei Auffahrten auf circa zwei bis drei Kilometern Strecke im städtischen Bereich. Da wäre die Richtlinie „EKA3“ mit 25 Metern Breite anzusetzen. Die Richtlinie für Stadtautobahnen. Dann passt die Trasse auch durch Wetzlar! Auch das verschweigt man!

Und der Gipfel: Noch 2016 behauptet man öffentlich in der lokalen Presse, die Stadtautobahn sei machbar, koste keine 100 Millionen Euro und die Trasse passe bequem durch die Stadt! Heute will man nichts mehr von den Aussagen von damals wissen. Und behauptet das Gegenteil!

Man kann also zu dem Schluss kommen, dass hier die Paragrafen auf Biegen und Brechen „angepasst“ werden. Warum? Damit ein paar Wohnblocks an der Lahn lukrativer werden und die Eigentumswohnungen darin besser verkauft werden können? Glaubt man immer noch, der Bürger durchschaue das nicht? Und das schlimmste: Nimmt man das alles billigend in Kauf? Gegen die Klimaziele, trotz der Erderwärmung und entgegen besserem Wissen?

Das alles ruft Unverständnis und Protest in ganz Mittelhessen hervor. Zuerst in Dalheim und in den Orten um Wetzlar herum. In Blasbach, Hermannstein, Naunheim, Aßlar, Waldgirmes und Dorlar. Kürzlich wurde eine weitere BI aktiv – im Osten Wetzlars zeigt sich Widerstand bis Wettenberg. Und nun auch westlich von Wetzlar. Von Solms und Leun bis nach Weilburg und Weilmünster sind die Bürger empört. Die Pläne des Magistrats der Stadt Wetzlar zur B49 generieren den Protest einer ganzen Region!

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Aktuelle Ausgabe6/2021