Armes Deutschland – arme SPD

SPD-Vize Kühnert fürchtet Germanisierung der polnischen Küche
und fordert diskriminierungsfreien Spracherwerb

Der SPD-Bundesvize Kevin Kühnert, früherer Bundesvorsitzender der Jungsozialisten, hat sich wieder einmal Sorgen um das Thema Diskriminierung gemacht. Er wies darauf hin, dass in einem deutsch-polnischen Schulbuch der Satz stand: „Ich liebe es, Bigos zu kochen.“ Bigos, so der wegweisende Vordenker der SPD, sei ein polnisches Nationalgericht, das man den Nachbarn nicht wegnehmen sollte. Man könne es ja gerne in Warschau essen, aber man sollte doch darauf verzichten, es selbst kochen zu wollen. Die polnischen Nachbarn könnten sich schließlich beleidigt fühlen, wenn man ihr Nationalgericht in Deutschland nicht richtig koche. Möglicherweise würden sie das als eine Art Germanisierung der polnischen Küche empfinden. Man könnte fast meinen, dies sei ein Beitrag zu einer Büttenrede.

Keine Fremdsprache mehr?

Genauso kritisch ging Kühnert mit der Frage um, ob man denn noch eine Fremdsprache lernen dürfe und solle. Hier empfahl der Ex-Juso-Chef der Berliner Bildungssenatorin Scheeres (SPD), eine Kommission einzusetzen, die neue Standards für den diskriminierungsfreien Spracherwerb formulieren sollte, denn wenn man eine Sprache lerne, eigne man sich ja die Kultur des Landes an, und die Leute, die ihre Sprache sprechen, seien dann nicht mehr unter sich und fühlten sich womöglich bedrängt.

Grüne Unterstützung

Berlins grüner Justizsenator Behrendt unterstützte Kühnert. Man habe zwar als Deutscher das Recht - wie großzügig -, Englisch zu lernen, weil es eine Weltsprache sei. Wenn er aber Polnisch lernen würde, würde er sich eine Minderheitensprache aneignen und da müsse man sehr sensibel sein. Er schlug deshalb ein „Mutter*sprachler*innenzertifikat“ vor, damit die Muttersprachler mit dem Vorzeigen des Zertifikats darauf bestehen könnten, in einen sprachlich geschützten Raum zu gehen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2021