Lahn-Dill-Kreis bekommt Inzidenzzahlen nicht herunter,
aber Landrat ruft zur Demo auf

Die Kritik am Krisenmanagement des Lahn-Dill-Kreises in Sachen Corona-Impfung ist in den letzten Wochen spürbar gestiegen: ein offensichtlich überfordertes Gesundheitsamt, widersprüchliche Informationen und Anordnungen, fehlendes Engagement der Kreisspitze bei der Bewältigung der Probleme im Schulbereich. Das Ergebnis ist, dass der Kreis seit Wochen konstant in aller Regel weit über dem hessischen Durchschnitt der Inzidenzzahlen liegt, ohne an dieser Stelle auf das Thema Inzidenz und Ermittlung und Aussagewert eingehen zu wollen.

Umso mehr verwundert es, dass Landrat Schuster (SPD) zur Teilnahme an der Demonstration des DGB am 1. Mai in Dillenburg aufruft. Der gleiche Landrat, der vor Menschenansammlungen warnt, der nicht dafür war, die Kreistagssitzungen vor der Kommunalwahl in der Stadthalle Wetzlar stattfinden zu lassen, wirbt für ein Zusammenkommen von Menschen. Auch wenn die Verantwortlichen des DGB sich Corona-konform versammeln, muss in der heutigen Zeit eine solche Veranstaltung nicht in dieser Form stattfinden. Wenn der DGB zur 1.-Mai-Kundgebung aufruft, ist das völlig in Ordnung. Es ist eine große Tradition der deutschen Gewerkschaften, die niemand in Frage stellt. Aber in der heute technisch entwickelten Zeit wäre eine Video-Konferenz sicherlich ausnahmsweise auch einmal möglich gewesen. Merke: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch immer nicht dasselbe.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe6/2021