Rot-Rot-Grün in Gießen

Elf Einfahrtsstraßen nach Gießen werden für Kraftfahrzeuge halbiert

Während die Wirtschaft, das trifft vor allen Dingen den Einzelhandel, die Gastronomie, die Hotellerie, ohnehin unter den Folgen der Corona-Pandemie ächzt und berechtigte Forderungen in Richtungen Lockerung stellt, haben kurz vor der Kommunalwahl in Gießen im Stadtparlament SPD, Grüne und die SED/Linksfraktion beschlossen, dass im Oktober dieses Jahres verbindlich die Hälfte des gesamten Anlagerings für Autos gesperrt werden soll. Gießen hat derzeit elf Einfahrtsstraßen. Diese werden damit halbiert. Die andere Hälfte soll ausschließlich Fahrradfahrern vorbehalten sein, die sich besonders freuen können, zum Wintereinbruch dann mit dem Fahrrad fahren zu dürfen.

Das Ergebnis wird verständlicherweise Verkehrschaos sein. Ob das umweltverträglich ist, wenn sich die Autos ohne Ende stauen, um nach Gießen hineinzufahren, sei dahingestellt. Ob es umweltverträglich ist, wenn Autos versuchen, über Nebenstraßen an den eigentlichen Zielort zu kommen, darf bezweifelt werden. Die Belastungen der Nebenstraßen und der Wohngebiete werden deutlich steigen. Das Ergebnis wird sein, dass genervte Autofahrer Gießen verstärkt meiden zu Lasten des Einzelhandels in der Altstadt. Deshalb gibt es von Unternehmen einen sogenannten Bürgerantrag, den man unter www.verkehrswende-weitergedacht.de herunterladen kann.

Diese Maßnahme ist zunächst befristet auf ein Jahr, um sie dann vermutlich weiter fortzuführen. Es ist unfassbar, mit welcher Ideologie das Auto bekämpft wird, die Mobilität des Einzelnen, die Wirtschaft, Kultur und Sport ebenso de facto durch diese Schikane beschwert werden. Man darf gespannt sein, ob eventuell neue Mehrheiten in Gießen im Stadtparlament zu anderen Ergebnissen kommen, da zumindest die SPD sehr deutlich verloren hat.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe7/2021