Sahra Wagenknecht

Linke ist zur Partei der Besserverdienenden geworden

Ausgerechnet Sahra Wagenknecht, die langjährige Fraktionsvorsitzende der SED/Linkspartei im Deutschen Bundestag, schaltet sich nun ein in die Debatte um die Migrantenquote. Dabei stellt sich die Frage, wie glaubwürdig sie ist.

Wagenknecht ist verheiratet mit Oskar Lafontaine. Beide beziehen hohe Pensionen aus ihren politischen Ämtern. Erst jüngst kritisierte Wagenknecht jedoch ihre Partei in Deutschland und in Europa dafür, dass die linken Parteien stärker „zu Parteien der Bessergebildeten und Besserverdienenden geworden seien“.

Kritik an Migrantenquote

Bemerkenswert ist nun auch ihre Kritik am rot-rot-grünen Berliner Senat, der eine Migrantenquote von 35 Prozent im Öffentlichen Dienst einführen will. Sie halte dies für fragwürdig. Wichtiger wäre es, so Wagenknecht, dass der Anteil nicht deutschsprechender Kinder in keiner Schule 15 Prozent übersteigt. Dieser Zug allerdings ist für Berlin schon lange abgefahren. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt in Berlin bei 50 Prozent plus x. Dies gilt im Übrigen für viele deutsche Großstädte. Im Kinder- und Jugendbereich sind so manche Städte bereits gekippt. Im Seniorenbereich wird dies in wenigen Jahren auch in Berlin der Fall sein. Wie schrieb Thilo Sarrazin vor zehn Jahren? „Deutschland schafft sich ab“ – und er hat recht behalten, der ehemalige Bundesbanker und ehemalige Sozialdemokrat, den die SPD u.a. wegen dieser Erkenntnis aus der Partei ausschloss. Parteiinterne Demokratie sieht eigentlich anders aus.

Die Aussage von Wagenknecht als solche ist im Prinzip richtig, doch sind es gerade Linke, Grüne und Teile der SPD, die auch heute noch der ungebremsten Zuwanderung das Wort reden.

Kritik an Grünen

Auf die Frage im Interview in der „Saarbrücker Zeitung“, ob die Linke sich künftig mehr um den Klimaschutz kümmern sollte, entgegnete Wagenknecht, dass es entscheidend sei, wie man das Thema anspreche. Wer den Grünen hinterherlaufe, es für verantwortungsvolle Klimapolitik halte, Sprit, Heizöl, Strom zu verteuern für den normalen Bürger, gleichzeitig aber wolle, das E-Porsches und Teslas staatlich subventioniert werden, der müsse sich nicht wundern, wenn sich die untere Mittelschicht abwende.

Spätestens hier stellt sich die Frage, wie lange Wagenknecht noch Mitglied der SED/Linkspartei sein will.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe4/2021