CDU-Antrag zur Bildung einer Kommission „Zukunft Wald“ abgelehnt

Solmser CDU ist besorgt um Solmser Stadtwald

Bundesweit sind sich Experten einig, dass der deutsche Wald in einem außerordentlich schlechten Zustand ist und es dringend mehr Initiativen benötigt, um das wichtigste Ökosystem unserer Erde zu bewahren und zu erhalten. Auch im Solmser Stadtwald sind die Probleme groß. Bereits in früheren Jahren sind vereinzelt Schäden im Solmser Wald entstanden, deren Ursache starke Stürme oder Auftreten von Schädlingen waren. Durch die extremen Trockenperioden in den letzten Jahren in Verbindung mit Starkwind und Schadinsekten ist allerdings jetzt eine Situation entstanden, die auch vom Solmser Revierförster als besorgniserregend bezeichnet wird. So konnten auch Niederschläge im letzten Frühjahr immer noch keinen Ausgleich bewirken.

Anpflanzungen aus dem Herbst 2019 sind fast alle vertrocknet und beim älteren Baumbestand verschlechtert sich die Lage immer weiter. Neben massiven Schäden an Fichten nach den letzten Sommern sind nun sogar die Buchenbestände gefährdet. Auch die Holzvermarktung ist zusammengebrochen und die Erlöse aus dem Holzverkauf sind stark zurückgegangen. Das Resultat sind riesige finanzielle Verluste im städtischen Haushalt (in diesem Jahr ca. 200.000 Euro). Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Situation im Solmser Stadtwald kurzfristig ändern wird.

Scheinbar sehen SPD, FWG und FDP die Probleme im Solmser Stadtwald nicht so dramatisch und lehnten den CDU-Antrag zur Bildung der Kommission „Zukunft Wald“ in der letzten Stadtverordnetenversammlung ab.

Noch vor der Sommerpause hatte die Solmser CDU die Bildung einer Kommission „Zukunft Wald“ beantragt. Ziel dieser Kommission sollte es sein, fachlich kompetente und erfahrene Waldvertraute und politische Entscheidungsträger an einen Tisch zu bringen, um gemeinsam über die schwerwiegenden Probleme der Zukunft zu beraten und weitere Schäden von dem heimischen Wald abzuwenden. Hierzu sollte ein Konzept für die zukünftige Entwicklung des Solmser Stadtwaldes erstellt werden. Besonders wichtig war den Antragstellern, dass neben den politischen Vertretern (je ein Mitglied aus jeder Fraktion und drei Mitglieder des Magistrates) vorwiegend Fachexperten in der Kommission vertreten sind. So sollten fachkundige Bürger, wie der Revierförster, ein Landwirt, ein Jäger, ein Forstmitarbeiter sowie ein Naturschützer, in der Kommission vertreten sein. Der Bürgermeister sollte laut dem CDU-Antrag der Vorsitzende der Kommission sein.

In der Sache ein guter Antrag, der auch von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung gelobt und befürwortet wurde. Trotz alledem wurde der CDU-Antrag in der Stadtverordnetenversammlung am 15.12.2020 aus nicht nachvollziehbaren Gründen von SPD, FWG und FDP leider abgelehnt.

Die genannte Kommission sollte, so die antragsstellende CDU-Fraktion, neben dem Ausschuss für Stadtentwicklung, Natur und Umwelt eingesetzt werden. Vorteil gegenüber dem Ausschuss ist, dass die sachkundigen Bürger bei jeder Sitzung vertreten wären und nicht lediglich nach Einladung in eine Ausschusssitzung. Weiterhin ist der zeitliche Aufwand für die Behandlung der Waldproblematik neben den vielfältigen anderen Ausschussthemen für den Ausschuss groß, dagegen aber eine Kommission „Zukunft Wald“ den Aufwand bestens bewältigen könnte.

Auch die Mehrheitsfraktionen SPD und FWG beschäftigten sich nach der Antragstellung der CDU mit dem Thema Wald und stellten einen Gegenantrag. Der SPD/FWG-Antrag sah vor, dass sich der Ausschuss für Stadtentwicklung, Natur und Umwelt möglichst zweimal im Jahr mit dem Thema Wald beschäftigt. Diesem Antrag konnte die CDU-Fraktion nicht zustimmen, da die CDU es für fraglich hält, dass es ausreicht, sich zweimal im Jahr mit dem wichtigen Thema Wald zu beschäftigen. Außerdem stand bei dem CDU-Antrag die Einbeziehung von fachkundigen Bürgern im Vordergrund. Die CDU bedauert nun, dass der Antrag auf Bildung einer Kommission „Zukunft Wald“ und somit die dauerhafte Einbeziehung von fachlicher Expertise sowohl von SPD und FWG als auch FDP abgelehnt wurde.

Es ist aus Sicht der CDU dringend erforderlich, dass auch weiterhin in Zusammenarbeit von Politik, Forst, Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz ein Konzept entwickelt wird, wie zukünftig der Solmser Stadtwald unter den veränderten klimatischen Rahmenbedingungen nachhaltig bewirtschaftet werden kann.

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Lisa Schäfer
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