Für die Freiheit des Forschens - Gegen grüne Denkverbote

Hätte man auf die Grünen gehört, gäbe es keinen Corona-Impfstoff

Im Jahr 2008 haben Özlem Türeci und Ugur Sahin die mittlerweile weltbekannte Firma Biontech gegründet. Vorher gründeten sie noch ein anderes pharmazeutisches Unternehmen. Beide allerdings nutzen die Gentechnik für die Entwicklung von neuen Medikamenten und Impfstoffen.

Grüne Fortschrittsfeinde

Man muss gelegentlich daran erinnern, was grüne Politiker einstmals forderten, welche verheerenden Auswirkungen das heute hätte und was sie teilweise heute immer noch fordern. Die Grünen in Deutschland haben auf ihrem Kongress „Gen-Medizin – Das Versprechen einer Gesellschaft ohne Krankheit und Behinderung“ in Berlin 1997 beschlossen, dass Gentechnik grundsätzlich und für alle Anwendungsbereiche abzulehnen ist. Wörtlich heißt es: „Wir wollen deshalb die Gentechnik zurückdrängen.“ Zum Glück konnten sich die Grünen in der ersten rot-grünen Koalition 1998 mit dieser Totalforderung nicht durchsetzen. Wenn es nach den Grünen gegangen wäre, hätte auch die Forschung nicht unterstützt werden dürfen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat deshalb zu Recht kürzlich darauf verwiesen, dass der Impfstoff gegen COVID 19 nur durch Genmanipulation ermöglicht wurde, so wie die beiden eingangs genannten Unternehmen die Gentechnik für die Entwicklung von neuen Medikamenten und Impfstoffen genutzt haben – mit Erfolg.

Grüne haben nichts gelernt

Wer nun glauben würde, die Grünen hätten aktuell aus dieser fortschrittsfeindlichen Vergangenheit gelernt, musste sich eines Besseren belehren lassen. Es waren der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Dekan der Charité in Berlin, die im November letzten Jahres noch dem Berliner rot-rot-grünen Senat vorwarfen, Anträge für Tierversuche, darunter ein Experiment zur COVID-19-Forschung, nicht zu genehmigen. In Berlin ist gesetzlich vorgeschrieben, dass die Tierversuchskommission vor entsprechenden Versuchen angehört werden muss. Zuständig für die siebenköpfige Kommission ist Justizminister Dirk Behrendt von den Grünen. Der lud die Tierversuchskommission gar nicht erst ein, so dass man auch keine Beschlüsse durchführen konnte.

Sein Ziel war die Blockade und sein Ziel war und ist in diesem Gremium, die Sitze mit Tierschützern zu besetzen, so dass das Ergebnis ideologisch bedingt von vorneherein klar ist. Die Spitzen der genannten Institute, hinzu kommt noch die Freie Universität, erklärten öffentlich, dass diese Situation die biomedizinische Forschung blockiere und zu einer ernstzunehmenden Verzerrung des europäischen und weltweiten Forschungswettbewerbs führen könne.

Für die Freiheit von Forschung und Lehre

Das, was an deutschen Universitäten jahrzehntelang gang und gäbe war, gerät zunehmend unter parteipolitischen/ideologischen Druck. Das fängt an mit der scheinbar harmlosen Gender-Politik, geht weiter über die Besetzung von Professorenstellen und die Verhinderung von Berufungen missliebiger Professoren bis hin zur politisch gewollten Absicht, bestimmte Themen gar nicht erst untersuchen zu lassen. Dies ist das Gegenteil von Freiheit. Forschung bedeutet immer, ergebnisoffen Sachverhalte zu erforschen, sich ständig zu hinterfragen, um neue Erkenntnisse zu erzielen. Und wenn es die Erkenntnis ist, dass eine wie auch immer geartete Theorie in der Praxis nicht zum Erfolg führt. Auch dies ist eine Erkenntnis.

Von vorneherein Denkverbote zu erlassen, führt zur Provinzialität und zum Absturz Deutschlands in der weltweiten Wissenschaftslandschaft. Zur Erinnerung: Wir haben in Deutschland über 200 völlig überflüssige sogenannte Gender-Professuren, China keine einzige. Dafür hat China über 1000 Professuren im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Spätestens hier ist die Frage erlaubt, was dem Standort Deutschlands in Zukunft eher nutzt!

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe10/2021