Danke „Open Doors“ – danke „Idea“

„Derzeit herrscht die größte Christenverfolgung aller Zeiten“

Mit diesen drastischen Worten veröffentlichte Open Doors den Weltverfolgungsindex 2021. Open Doors, vor gut 65 Jahren in den Niederlanden gegründet, ist heute in über 70 Staaten der Erde aktiv, und sie dokumentieren die Christenverfolgung, die derzeit so hoch sei wie noch nie. Nach aktuellen Schätzungen sind in den 50 Ländern mit der stärksten Christenverfolgung rund 300 Millionen Christen einem sehr hohen bis extremen Maß an Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt, weil sie sich zu Jesus Christus bekennen.

Weltweit werden im Schnitt pro Tag zwölf christliche Einrichtungen angegriffen, und jeden Tag werden Christen verfolgt, gefoltert und getötet. „Man muss“, so der heimische CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer, „Open Doors dankbar sein für die nicht immer einfache Arbeit, um auf das Thema der Christenverfolgung - in der Regel in muslimischen Staaten - aufmerksam zu machen. Ebenso muss man der Evangelischen Nachrichtenagentur Idea mit Sitz in Wetzlar dankbar dafür sein, dass sie zu den wenigen Agenturen gehören, die immer wieder auf Einzelfälle und Schicksale aufmerksam mache und sich ebenso wie die ‘Internationale Gesellschaft für Menschenrechte’ für die Freilassung von inhaftierten Christen einsetzt.“ Er teile, so Irmer, die Auffassung des ehemaligen Leiters der Evangelischen Nachrichtenagentur, Helmut Matthies, der kritisiert hat, dass das Drama in der Öffentlichkeit kaum eine Rolle spiele und die Evangelische Kirche Deutschlands ihre Stimme öfter für vermeintlich diskriminierte Muslime erhebe als für die eigenen Glaubensgenossen. Und er kritisierte die Politik, dass sie zu wenig die Problematik thematisiere und in Verbindung setze zur Entwicklungshilfe. Diese müsste mehr an das Einhalten entsprechender Standards gebunden werden.

Nordkorea an der Spitze

Unangefochten, so muss man dies leider formulieren, liegt Nordkorea an der Spitze der Christenverfolgung als kommunistische Diktatur. Aber nach wie vor im Ranking sind die islamischen Staaten führend wie Afghanistan, Pakistan, der Iran oder auch der Jemen. Zunehmend auf der „Hitliste“ Staaten des südlichen Afrika, da dort Islamistengruppen marodieren wie Boko Haram in Nigeria, Al-Shabaab in Somalia, der Islamische Staat oder auch die ADF in Uganda.

Kinder zerhackt

Die Brutalität, mit der gegen Christen durch Islamisten vorgegangen wird, ist in Worte nicht zu kleiden. So sind aktuell im Osten des Kongo mehrere Bauerndörfer von der ADF überfallen worden. Die Frauen wurden vergewaltigt und entführt, 30 Christen getötet, die sich mit Gewalt nicht bekehren lassen wollten. Ein mit den nackten Leben entkommener Pfarrer berichtete der christlichen Hilfsorganisation Barnabas Fond, dass sich seine Frau und die Kinder geweigert hätten. Seiner Frau sei in den Kopf geschossen und die Kinder mit Macheten in Stücke gehackt worden. Unvorstellbare Gräuel. Unvorstellbar aber auch der Mut der Menschen, zu ihrem Glauben zu stehen.

Diesen Menschen öffentlich eine Stimme zu geben, und zwar jeden Tag, wäre Aufgabe der christlichen Kirchen in Deutschland. Es wäre schön, wenn sich so manch führender Kopf der christlichen Kirchen mehr darauf besinnen würde, das Evangelium zu verkünden und weniger rot-grüne Tagespolitik zu machen oder sich mit der vermeintlich sprachsensiblen Veränderung der Bibel zu befassen. Menschen, die mit ihrem Leben für ihren Glauben stehen, sind Leuchttürme. Sie haben es verdient, dass ihr Tod nicht vergebens war. Sie haben es verdient, dass man sich ihrer erinnert und sie zu Zeugen ihrer Glaubensstärke, des christlichen Glaubens insgesamt, macht. Das geht allerdings nur, wenn man ihnen täglich und öffentlich Raum einräumt und nicht nur einmal im Jahr an einem Sonntag zum Gebet für Verfolgte aufruft.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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