Geowelt hat viel vor

Kreistagsfraktion besucht Grube Fortuna

Die CDU-Kreistagsfraktion war der Einladung des Besucherbergwerks gefolgt, sich die Anlagen im Wald zwischen Oberbiel und Berghausen wieder einmal genauer anzuschauen. Begrüßt wurde die Delegation um den CDU-Kreis- und Kreistagsfraktionsvorsitzenden Hans-Jürgen Irmer von den Vorständen der Geowelt Fortuna e. V., Tim Schönwetter und Michael Volkwein. Beide gaben zunächst einen Überblick über die baulichen Veränderungen der vergangenen Jahre, die durch EU-Förderung, Sponsoring und kreditfinanzierte Eigenmittel erreicht werden konnten.

Anschließend ging man auf die aktuelle Situation ein. „Corona tut auch uns weh“, so Volkwein. „Durch das mit dem Lahn-Dill-Kreis abgestimmte Hygienekonzept war es uns leider nicht möglich, ab Juni den regulären Betrieb aufzunehmen. So bleiben uns nur Gruppengrößen von max. sechs Personen gegenüber den eigentlich möglichen 21. Das schlägt sich auch finanziell nieder.“ Vor allem mit den Spezialführungen von drei bis fünf Stunden fange man zumindest finanziell einiges wieder auf. Andererseits konnte man durch Corona-Förderungen des Bundes in Verbindung mit den spärlichen Eigenmitteln einige Projekte im Außenbereich der Fortuna anstoßen, um die Erlebnisqualität über Tage zu verbessern: Eine Waldschmiede mit Rennöfen, Wetterschütze für historische Fahrzeuge oder die längst überfällige Trockenlegung des sog. Erzbunkers. „Neben der musealen Erweiterung richten wir dort das Erzium ein“, so Schönwetter zum neuen musealen Bestandteil. „Hierbei werden wir für die Museumsbesucher die verschiedenen Eisenerze, Mineralien und Gesteine des Lahn-Dill-Gebietes spannend darstellen.“

Nach einer Spezialführung unter Tage, bei der auch auf neue Tourenangebote und die Erweiterung der Museumspädagogik für die wichtige Zielgruppe der Schüler eingegangen wurde, erklommen die Mitglieder der Fraktion den Bremsberg. Schönwetter erläuterte dabei den Stellenwert der Fortuna. „Innerhalb der hessischen Museumslandschaft ist die Fortuna mit ihrer Schachtfahrung in 150 Meter Tiefe, der Grubenbahn und den funktionsfähigen Bergbau-Maschinen einmalig. In Deutschland gibt es nur sieben weitere Besucherbergwerke mit Schachtfahrung, die alle in den neuen Bundesländern liegen.“ Auch freue man sich darauf, dass mit der Grube Malapertus in Wetzlar ein weiteres Besucherbergwerk mit Schachtfahrung eingerichtet werden soll. „Wir arbeiten eng mit der Malapertus zusammen. Gemeinsame Pläne wurden bereits geschmiedet“, so Volkwein. Genauso eng und wichtig sei die Vernetzung mit dem Arbeitskreis Industriekultur Mittelhessen und den anderen GeoInformationszentren im GEOPARK Westerwald-Lahn-Taunus.

Blickfang und zugleich das kommende Großprojekt des gemeinnützigen Vereins Geowelt Fortuna e. V. ist das Alte Maschinenhaus. 1907/08 durch die Firma Krupp gebaut, gehört es durch sein historisierendes Erscheinungsbild zu den eindrucksvollsten Gebäuden der Industriekultur in Mittelhessen. „Allerdings ist es auch unser Sorgenkind, da es stark renovierungsbedürftig ist.“ Schönwetter erläuterte der Gruppe die Sanierungs- und Ausbaupläne, die auf dem oberen Zechengelände gerne die Themengebiete Eisenverhüttung und Weiterverarbeitung aufgreifen würden. Das Alte Maschinenhaus biete ebenfalls Platz für eine Eventhalle, in der z. B. größere Sonderausstellungen stattfinden können. „Bisher fehlt uns auf dem Gelände die Möglichkeit, den Gästen öfter mal was Neues bieten zu können,“ so Schönwetter.

Allerdings steht und fällt die Fortuna, die der Verein Geowelt insgesamt zu einem Informations- und Dokumentationszentrum der hessischen Eisenindustrie ausbauen möchte, mit den Betriebszuschüssen durch den Lahn-Dill-Kreis und die umliegenden Kommunen. „Die CDU Lahn-Dill wird sich dafür einsetzen, dass der Kreis die Fortuna auch weiterhin unterstützt. Dieses einmalige Denkmal der Industriekultur muss eine Zukunftsperspektive haben“, so Irmer an den Vorstand.

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Tim Schönwetter
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Aktuelle Ausgabe07.10.