Steirer-Abend der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft Wetzlar:

„Kulturelle Aktivitäten in schwierigem Umfeld und außergewöhnlichen Umständen befördern
und Normalität leben“

„Wir wollen auch in schwierigen Zeiten und unter außergewöhnlichen Umständen und Corona zum Trotz ein Stück kulturellen Alltag Wirklichkeit werden lassen und bei aller Vorsicht und Vernunft sowie der Beachtung notwendiger Hygieneregeln ein Stück Normalität leben.“ So begrüßte der Vorsitzende der Deutsch-Österreichischen Gesellschaft e. V. Wetzlar, Hans-Jürgen Irmer, 80 zuvor angemeldete Gäste, überwiegend Vereinsmitglieder, in allen Räumen des „Bürgerhofs“ in der Wetzlarer Altstadt beim Steirer-Abend der DÖG.

Offizielle Gäste aus Wetzlars österreichischer Partnerstadt Schladming waren in diesem Jahr aus nachvollziehbaren Gründen nicht, wie ansonsten seit Jahren Usus, in die alte Reichsstadt an der Lahn gekommen. Mit einer Ausnahme: Helmut Steinberger, genannt „Stoni“, Koch des Restaurants „Tauernalm“ im Schladminger Stadtteil Rohrmoos, hatte sich eigens auf den 680 Kilometer langen Weg aus den Alpen an die Lahn gemacht, um gemeinsam mit der Küche des Restaurants „Bürgerhof“ die geschlossene DÖG-Gesellschaft zu bekochen.

Unter Vermeidung aller ansonsten bei einem Steirer-Abend üblichen gesellschaftlichen und unterhaltsamen Aktivitäten, stand das Dinner im Mittelpunkt des Abends, begleitet lediglich von einer dezenten Hintergrundmusik, für die der Braunfelser Musiker Harald Frimmel verantwortlich zeichnete. Auch der Termin des Steirer-Abends war kein Zufall, war doch dieser Abend Anfang Oktober als Ersatztermin für den im Frühjahr abgesagten 3. Steirerball vorgesehen. Aber auch dieser kam coronabedingt nicht zustande - und soll nun am 18. September 2021 in der Stadthalle stattfinden.

Ein weiterer von der DÖG veranstalteter kultureller Höhepunkt wird - Stand heute - am 8. November in der Stadthalle allerdings, Corona geschuldet, vor einem maximal 250-köpfigen Publikum, anstatt ansonsten 1000 möglichen, stattfinden. Was allerdings angesichts der musikalischen Gäste laut Hans-Jürgen Irmer mehr als schade ist. Das ansonsten weltweit konzertierende Orchester der Leipziger Philharmonie unter der Leitung des Chefdirigenten Michael Köhler gibt sich in Wetzlar mit einer beschwingten nachmittäglichen Doppelstunde die Ehre, die von Thomas Sander, dem Leiter der Musikschule Wetzlar, in dessen unnachahmlicher Art moderiert werden wird.

In Anwesenheit der städtischen Kulturamtsleiterin Isabel Kurz lobte Wetzlars Partnerschaftsdezernent Karlheinz Kräuter das Bemühen der Deutsch-Österreichischen wie auch anderer Wetzlarer Partnerschaftsvereine, dem gesellschaftlichen und kulturellen Geschehen der Stadt wieder vermehrt Leben einzuhauchen. Die DÖG dürfe dabei durchaus als Vorreiter und Motor gelten. Eine Deutsch-Österreichische Partnerschaftsgesellschaft, die in den letzten acht Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung genommen habe. Diesen Hinweis Kräuters untermauerte der DÖG-Vorsitzende Irmer anhand der Mitgliederentwicklung: Als dieser 2012 den Vorsitz übernahm, hatte die DÖG noch 36 Mitglieder. Aktuell sind es, bei weiter steigender Tendenz, 360, also eine Verzehnfachung. Und dieser großen Zahl an Mitgliedern bietet die DÖG im Laufe eines Jahres eine wahrlich bunte Angebotspalette unterschiedlichster, immer aber attraktiver und oft besonderer Veranstaltungen, Reisen und Exkursionen an. Von daher sei die überaus positive Entwicklung der DÖG weder ein Selbstläufer noch eine Selbstverständlichkeit, sondern Ergebnis zielgerichteter Arbeit eines aktiven Vorstandes und vieler weiterer Helfer und Unterstützer.

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Franz Ewert

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Aktuelle Ausgabe11/2020