CDU fordert Überarbeitung der Richtlinien für coronabedingt
in Not geratene Vereine

Der Kreistag des Lahn-Dill-Kreises hatte vor wenigen Monaten parteiübergreifend mit breiter Mehrheit Richtlinien beschlossen, mit denen Vereine, die durch Corona bedingt in existentieller Not sind, unbürokratisch und schnell geholfen werden soll. Dies soll durch einen entsprechenden Zuschuss geschehen. Die CDU-Kreistagsfraktion hatte bereits ein Jahr zuvor den Antrag gestellt, 100.000 Euro pro Jahr in den Kreishaushalt einzustellen, um grundsätzlich Vereinen unbürokratisch helfen zu können, die, aus welchen Gründen auch immer, in Not geraten sind. Das hatte die 4er-Koalition aus SPD, FWG, Grünen und FDP seinerzeit abgelehnt. Diesem Corona-Hilfsantrag hatte die Union allerdings aus sachlichen Gründen heraus jetzt zugestimmt.

Es habe sich allerdings, so Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, herausgestellt, dass die Richtlinien nicht praxistauglich sind, da die Vereine die Kriterien kaum erfüllen können. Deshalb hat es nach Kenntnis der CDU auch noch keinen einzigen Antrag, geschweige denn einen Zuschuss, für einen Verein gegeben. Deswegen ist eine Überarbeitung aus Sicht der Union notwendig. Nach den Richtlinien sind im Lahn-Dill-Kreis ansässige und in mehr als einer dem Lahn-Dill-Kreis angehörigen Kommune aktiv tätige Vereine und Organisationen antragsberechtigt, die eine Existenzbedrohung nachweisen können. „Die klassischen Vereine“, so Irmer, „sind in der Regel immer auf eine Kommune oder einer Stadt konzentriert, so dass diese schon von vorneherein aus der Bezuschussung herausfallen. Wenn man tatsächlich will, muss man diese Richtlinien überarbeiten, flexibilisieren und mit möglichst wenig bürokratischem Aufwand handhabbar machen.“ Die CDU hoffe auf eine entsprechende Unterstützung der anderen Fraktionen im Kreistag.

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Ronald Döpp
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Aktuelle Ausgabe05.11.