Landwirtschaft und das Grüne (Un)Wissen

„Grün ist – auch ohne Glyphosat die dicksten Kartoffeln zu haben.“ So war es zu lesen auf einem Wahlplakat der Grünen in Nordrhein-Westfalen. Was für ein Unsinn! Und das von einer Partei, die die Wahrheit über landwirtschaftliche und Umweltthemen für sich gepachtet zu haben scheint.

Tatsache ist aber, dass derjenige, der Kartoffelpflanzen mit Glyphosat behandelt, keine Kartoffeln ernten wird. Glyphosat ist ein Totalherbizid und wirkt über die grünen Teile auf eine Pflanze ein. Die Bildung von Chlorophyll wird unterbrochen und die Pflanze stirbt ab. Der Wirkstoff, der auf den Boden gelangt, wird dort in wenigen Wochen abgebaut. Dies gilt für alle Pflanzen, auch Getreide und Unkräuter.

Landwirte setzten Glyphosat nur vor der Aussaat ein, um Altunkräuter und Ausfallgetreide zu beseitigen. Jede Art der Bodenbearbeitung hat das gleiche Ziel, nämlich ein sauberes Saatbeet für die nachfolgende Frucht vorzubereiten. Jede Bodenbearbeitung bewirkt aber auch, dass Humus abgebaut und Nährstoffe sowie CO2 freigesetzt werden und verbraucht Diesel. Je nach Witterung und Bodenzustand gilt es also abzuwägen, wie man am besten vorgeht. Hat man sich für eine Glyphosat-Anwendung entschieden, sieht man schon durch die auflaufende Saat, dass der Wirkstoff im Boden abgebaut worden ist. Andere Anwendungen dieses Herbizids sind übrigens verboten und auch nicht notwendig.

Wer so viel Unwissenheit besitzt und dies auch noch verbreitet, wie die Grünen in Nordrhein-Westfalen, sollte vielleicht besser nicht regieren…

Aktuelle Ausgabe10/2020