Machtwort von AKK

Kein Genderunfug bei der Bundeswehr

In den letzten Wochen war medial gelegentlich davon zu hören, dass die Dienstränge der Bundeswehr gegendert werden sollen. Aus dem Feldwebel würde dann die Frau Feldwebelin, aus dem Oberstleutnant die Frau Oberstleutnantin oder aus dem Major die Frau Majorin. Das Erstaunliche dabei, dass die Begriffe Hauptmann und Oberst nicht gegendert werden sollten. Hier könnte man theoretisch ja auch Frau Hauptmännin oder Frau Oberstin sagen. Mit welch heißer Nadel Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums das Ganze gestrickt haben, kann man daran erkennen, dass es sich um eine Schönwetterregelung handelt, denn im Spannungs- und Verteidigungsfall seien die gegenderten Dienstränge „nicht anwendbar“.

Kritik

Vom Bundeswehrverband gab es massive Kritik an der geplanten Einführung von weiblichen Dienstgraden. Auch viele weibliche Soldaten haben im Übrigen an die Wehrbeauftragte Eva Högl geschrieben und sich mit der Argumentation, dies habe mit Emanzipation nichts zu tun, dagegen verwahrt. Im Übrigen habe die Bundeswehr völlig andere Probleme, als sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob es künftig Frau Majorin oder Herr Major oder Frau Major heißt. Bei der Bundeswehr geht es um Material, Ausrüstung und Mannschaften. Hier ist Nachholbedarf aus der Vergangenheit. Darauf sollte man sich konzentrieren.

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat erfreulicherweise, auch auf Drängen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, ein Machtwort gesprochen und das Thema beendet. Man kann eine Truppe auch der Lächerlichkeit durch solche Debatten preisgeben. Das hat unsere Bundeswehr, die einen engagierten Einsatz für den Frieden zeigt, nicht verdient.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe10/2020