Die Grünen und der Wolf

Von Jörg Leiter

Wenn schon Tierhaltung, dann möglichst ökologisch, mit viel Tierwohl und Auslauf, so fordert es die grüne urbane Bevölkerung. Alles soll geschützt werden und hier seinen Lebensraum haben dürfen, von den Insekten bis zum Wolf.

Aber wie sind die Fakten? Die von den Grünen favorisierte Weidetierhaltung wird ad absurdum geführt. Gegen den Wolf kann sich kaum ein Tierhalter schützen. Man müsste schon 3 Meter hohe Metallgitterzäune bauen, um den Wolf abzuwehren. Ministerin Hinz hat große Mengen an Weidezäunen gekauft, um sie den Tierhaltern zur Verfügung zu stellen, handelsübliche mit geringerer Höhe - natürlich öffentlichkeitswirksam von den Medien präsentiert.

An der Lösung des Problems ändert dies gar nichts. Wer einmal morgens auf die Weide kommt und tote Schafe oder Kälber findet, der weiß wovon ich rede. Solche Situationen haben grüne Wolfsschützer nicht erlebt. Wie auch – sie sitzen in ihren Büros und lösen am Schreibtisch die Probleme durch einen Wolfsmanagementplan. Wahrscheinlich können nur Tierhalter dies nachvollziehen, die durch ihre tägliche Arbeit mit ihren Tieren eine besondere Verantwortlichkeit für ihre/unsere Mitgeschöpfe fühlen.

Die Förderung von Einzäunungsmaßnahmen und Versicherungszahlungen im Schadensfall können dann nur ein Trostpflaster, aber keine Lösung sein. Es ändert nichts an der Lebensweise des Wolfs und an der Tatsache, dass in vielen ländlichen Gebieten unseres relativ dicht besiedelten Landes Weidehaltung betrieben wird. Oder ist etwa ein Wolf mehr wert als zehn gerissene Schafe? Die Tierhalter sollten sich nicht verschaukeln lassen.

Es geht hier nicht darum, den Wolf abzuschießen, wo immer er sich blicken lässt oder gar auszurotten. Aber wenn er sich (wieder) dahin zurückziehen würde, wo er mehr Platz hätte, wo die Bevölkerungsdichte sehr viel geringer wäre und seine potentielle Jagdbeute ihm nicht mit Alibizäunen eingepfercht auf dem Silbertablett serviert werden würde, wäre wohl allen Beteiligten besser gedient.

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Aktuelle Ausgabe05.11.