CDU Solms/ Junge Union bei Familie Schäfer in Solms-Niederbiel

Landwirtschaft hat herausragende Bedeutung
für Versorgungssicherheit

Kürzlich folgten rund 30 Interessierte der gemeinsamen Einladung der CDU Solms und der Jungen Union Solms-Braunfels-Leun. Unter ihnen waren der CDU-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer und der örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Frank Steinraths. Ebenfalls folgte der Leuner Bürgermeister Björn Hartmann (CDU) der Einladung zur Hofbesichtigung.

Lisa Schäfer (Vorstandsmitglied der CDU Solms und der Jungen Union Solms-Braunfels-Leun) führte die Gruppe, unter Einhaltung der Corona-Auflagen, über den Betrieb ihrer Eltern. Der landwirtschaftliche Betrieb, der seit Jahrzehnten im Familienbesitz geführt wird, umfasst Milchviehhaltung und Ackerbau. Zu Beginn wurde erläutert, dass sich der Betrieb in der schrittweisen Umstellungsphase von einem konventionellen hin zu einem ökologischen Betrieb befinde. Diese Umstellung wäre „politisch so gewollt“, da die Bundesregierung plane, den Anteil der ökologischen Anbaufläche bis 2030 auf 20 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland auszuweiten.

Lisa Schäfer bezeichnet diese Pläne und weitere Umweltauflagen für die Landwirtschaft, die oftmals aus dem SPD-geführten Bundesumweltministerium kommen, als eine Art „Öko-Mainstream“. Sie sei von dieser Art Landwirtschaft im Hinblick auf die Ernährungssicherung nicht zu überzeugen und sieht daher die Umstellung des eigenen Betriebes auf einen Biobetrieb sehr kritisch. Allerdings habe es für den heimischen Betrieb keine andere Wahl gegeben, da die gesetzlichen Vorgaben es nur noch bedingt ermöglichen, auf andere Weise zu wirtschaften. Schäfer warnte davor, dass in der Gesellschaft der Eindruck entstehe, dass die ökologischen Betriebe die „guten“ seien, da sie einen erhöhten Beitrag zum Klima- und Umweltschutz leisten und die Konventionellen die „schlechten“ darstellen oder gar als Umweltsünder abgestempelt werden.

„Ganz im Gegenteil, unsere konventionellen Betriebe sorgen nicht nur für qualitativ- und quantitativ hochwertige Lebensmittel, sondern leisten ebenfalls einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz, da im Rahmen des Greenings, Betriebe mit mehr als 15 Hektar Ackerfläche dazu verpflichtet sind, 5Prozent ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) vorzuhalten und entsprechend zu bewirtschaften“, so Schäfer.

Die Niederbielerin bedauerte, dass durch die Umstellung auf Bio das gerade frisch geerntete Getreide nicht weiter zu Lebensmittel verarbeitet wird, sondern lediglich als Futter für die Kühe diene. Hier habe der Betrieb allerdings keine andere Wahl, weil man ohne das Getreide nicht genügend Futter für die Kühe und Rinder habe. Lisa Schäfer schilderte die großen Sorgen in Bezug auf die Futterknappheit. Zum einen bringe die Umstellung auf Bio deutliche Ertrags- und Qualitätseinbußen mit sich, zum anderen mache die anhaltende Trockenheit den Landwirten dauerhaft zu schaffen.

In der neu gebauten Maschinenhalle erklärte Schäfer, dass neueste Technik für eine zukunftsfähige Landwirtschaft unabdingbar sei und dass die Landwirtschaft die Chancen der Digitalisierung nutzen müsse. Digitale Anwendungen im Bereich der Präzisionslandwirtschaft können unsere Landwirtschaft dabei unterstützen, effektiver, nachhaltiger und ressourcenschonender zu arbeiten. Dies machte Schäfer am Beispiel des modernen Güllefasses klar, das eine bodennahe Ausbringungstechnik vorweist.

Lisa Schäfer stellt fest: „Während ein Landwirt im Jahr 1900 im Durchschnitt so viele Nahrungsmittel erzeugte, dass er etwa vier Personen ernähren konnte, sind es heute 145 Personen. Um solch eine Produktionssteigerung zu haben, braucht es natürlich auch beste Technik.“ Allerdings seien neue Maschinen häufig sehr kostenintensiv und die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Lebensmittel sehr schwankend. Schäfer machte klar, dass die gesellschaftlichen Wünsche für mehr Tierwohl und die Forderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft vom Verbraucher honoriert werden müssen. Klar wurde, dass Wertschätzung für die Landwirtschaft an der Kasse anfängt, da dort der Verbraucher am besten zeigen kann, wie viel er bereit ist, für qualitativ hochwertige Lebensmittel auszugeben.

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Lisa Schäfer
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