Starke Frauen, brauchen keine Quoten Starke Frauen, brauchen angemessene Strukturen.

Ich möchte keine „Quotenfrau“ sein.

Der Wunsch der Parteivorsitzenden, die sich selbst als „Quotenfrau“ bezeichnet, bzw. der Vorschlag der Struktur- und Satzungskommission, zeigt erneut die völlige Entfremdung der Parteispitze von der Basis. Gerade auf der Kommunalpolitischen Ebene wird es nicht möglich sein, die Frauenquote umzusetzen. Diese Quote wird eine Belastung für die Stadt- und Gemeindeverbände darstellen. Eine Frauenquote von 50% bei einer weiblichen Mitgliedschaft von 26% ist offenkundig ein Akt der Unvernunft.

Fördern wird diese Quote uns Frauen jedenfalls nicht, sie macht es nur noch schwerer Anerkennung und Respekt für geleistete Arbeit zu erhalten. Die Frauen die es nach der Einführung der Quote durch erbrachte Leistung in Spitzenpositionen schaffen, werden immer gesagt bekommen, „Du sitzt da ja nur wegen der Quote“.

Anstatt sich über andere Strukturen Gedanken zu machen, wird eine Quote eingeführt, mit der sich eine gescheiterte Parteivorsitzende ein Denkmal setzen möchte. Bewährte, erfolgreiche Leistungsprinzipien werden mit dieser Quote über Bord geworfen. Diese Forderung passt in keinster Weise zum Selbstverständnis der CDU, welches das Leistungsprinzip hochhält und den Menschen als verantwortungsvolles Individuum sieht und entsprechend Leistung und Wettbewerb auch innerparteilich fordert. Wer sich einen Posten in der Partei verdienen will, der kann dies mit Leistungsbereitschaft, vollem Einsatz und Engagement machen. Das Signal an fleißige Amts- und Mandatsträger ist fatal.

Die Diskussion über Frauen in Spitzenpositionen braucht die CDU mit einer EU- Kommissionspräsidentin, einer Kanzlerin und einer Parteivorsitzenden wohl nicht zu führen. Mit Angela Merkel, Annegret Kramp-Karrenbauer und Ursula von der Leyen, hat die CDU drei Frauen, die die aktuelle Politiklandschaft prägen. Hinzu kommen starke Frauen wie Julia Klöckner und Silvia Breher (beide stv. Parteivorsitzende) und viele weitere Frauen, die in der CDU einen super Job machen. Über den Anteil von 51 Frauen von 246 Abgeordneten in der CDU/ CSU Bundestagsfraktion muss natürlich diskutiert werden, dieser Anteil ist viel zu gering. Ein Blick in die Statistiken anderer Parteien zeigt, dass dort das Problem mit dem geringen Frauenanteil ebenfalls herrscht. Vielleicht sollten wir die Diskussion über die Parteigrenzen hinweg führen, um die allgemeinen Strukturen „Frauenfreundlicher“ zu gestalten.

Ich bin froh, dass große Teile der Jungen Union leidenschaftlich gegen das Konzept der Frauenquote bis zum Parteitag kämpfen werden. Dennoch halte ich es für wichtig, dass wir bis zum Parteitag darüber eine intensive Debatte führen, da wir ganz klar ein Attraktivitätsproblem haben. Daher muss die CDU die besonderen Belange von Frauen thematisch und in der Parteiarbeit zu einem dauerhaften Schwerpunkt machen. Dennoch haben wir nicht nur ein Attraktivitätsproblem für Frauen, sondern eins für Familien. Im Jahr 2020 sollten wir uns durchaus bewusst sein, dass auch Väter an der Erziehung ihrer Kinder beteiligt sind. Es braucht ganz klar flexiblere Mitmach-Möglichkeiten. Gerade in der Corona- Krise haben wir gemerkt, dass man für Besprechungen nicht immer kilometerweit fahren muss, sondern auch ganz umweltschonend von Zuhause aus an einem Meeting teilnehmen kann. Es muss bei verschiedensten Terminen die Möglichkeit bestehen, dass man sich zuschalten, diskutieren und abstimmen kann. Diese digitalen Lösungen können vieles flexibler und effizienter gestalten und erleichtern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit der Arbeit in der Partei. Aufgrund der Altersstruktur werden die Stadt- und Gemeindeverbände viele Unterstützungsangebote bei der Digitalisierung benötigen. Die Digitalisierung der Partei, darf nicht alleine auf den Schultern unserer ehrenamtlichen Mitglieder lasten. Trotz aller digitalen Möglichkeiten, muss natürlich für uns als Volkspartei immer der persönliche Kontakt im Vordergrund stehen. Dennoch etwas weg von der „Präsenzpartei“, hin zur digitalen CDU würde ein Fortschritt darstellen.

 

Quote – Nein, danke

Vereinbarkeit von Familie und Partei – Ja, bitte

Frauenförderung statt Frauenquotierung!

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Lisa Schäfer
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Aktuelle Ausgabe03.09.