Eine wahre „soziale“ Partei

Spitzengehälter für gescheiterte Genossen

Sigmar Gabriel - 200.000 Euro
Thorsten Schäfer-Gümbel - 200.000 Euro
Andrea Nahles -150.000 Euro

Auf die SPD ist Verlass. Sie lässt keinen der Ihren fallen, auch wenn sich der politische Erfolg nicht eingestellt hat. Ex-SPD-Fraktionschef Schäfer-Gümbel (Hessen) ist auf dem Posten des Arbeitsdirektors bei der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) mit einem Jahreseinkommen von ca. 200.000 Euro weich gefallen. Dass er vertiefende Kenntnisse über Personalmanagement hat, ist nicht bekannt. Fachwissen könnte ja sogar störend sein.

Ex-SPD-Chef Sigmar Gabriel kann als Aufsichtsrat bei der Deutschen Bank künftig mit ebenfalls rund 200.000 Euro rechnen. Nun ist das Aufsichtsratsmandat nicht so zeitintensiv wie seine bisherige und frühere Tätigkeit als Abgeordneter und Vorsitzender der SPD, so dass sich Gelegenheit reichlich ergeben wird, dieses Gehalt mit einem Zubrot noch zu vergolden.

Andrea Nahles, die wie Sigmar Gabriel ebenfalls gescheiterte SPD- und Fraktionsvorsitzende, ist die mit Abstand ärmste in diesem Triumvirat. Sie soll mit einem Jahresgehalt von etwa rund 150.000 Euro auf eine B6-Stelle im Öffentlichen Dienst wechseln, und zwar als Präsidentin der Bundesanstalt für Post und Telekommunikation. 99 Prozent der Spitzenbeamten in Deutschlands Verwaltungen, ob auf Bundes- oder Länderebene, werden nie die Chance einer B6-Stelle haben. Aber Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hat das Vorschlagsrecht für diesen Präsidentenposten. Sinnigerweise kümmert sich die Bundesanstalt mit etwa 1400 Beschäftigten um die Versorgung der Beamten der früheren Staatsunternehmen Post, Telekom und Postbank. Mit Versorgung kennt man sich ja in Kreisen der SPD bestens aus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe8/2020