Berlin
dank Corona ein Paradies für Kriminelle

Verzweiflung pur bei der Berliner Polizei. Während die Polizei im Einsatz ist, um Corona-Verstöße aufzunehmen, können sich Kriminelle ohne große Sorge frei bewegen und ihren kriminellen Geschäften nachgehen. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes erklärte in einem Gespräch mit der Zeitung „Die Welt“, dass er und seine Kollegen die Kriminellen nicht mehr festnehmen dürften, da die Berliner Staatsanwaltschaft angesichts der Corona-Krise ihre Arbeit weitgehend eingestellt habe. Neue Haftbefehle würden kaum noch ausgestellt. Die Justiz sei so gut wie nicht mehr erreichbar. Die Staatsanwaltschaft habe mit Beginn der Corona-Krise ihre Arbeit zu 80 Prozent niedergelegt, die Generalstaatsanwaltschaft Berlin sogar zu 90 Prozent. Gerichte seien kaum noch erreichbar. Die Justizangestellten seien bei voller Bezahlung zu Hause, weil dies von der Berliner Landesregierung so angeordnet sei. Da die Rückständigkeit Berlins im Bereich der Digitalisierung „grandios“ ist, ist es überspitzt formuliert nichts anderes als bezahlter Heimurlaub, von Home-Office kann kaum die Rede sein.

Darüber hinaus sei festzustellen, dass neben der verzögerten Bearbeitung neuer Verfahren auch die Vollstreckung von rechtskräftig verhängten Freiheitsstrafen von weniger als drei Jahren bis zum 15.7.2020 aufgeschoben sei. Dies bedeute, dass Sexualtäter, Räuber oder Drogendealer mit einer Freiheitsstrafe von unter drei Jahren aktuell nicht hinter Gitter gebracht werden könnten, obwohl sie einsitzen müssten. Berlin im Jahr 2020.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2020