Diese Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist ein Gesundheitsrisiko

Kommunistische Partei Chinas zieht die Fäden

Aufgabe der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, alles daranzusetzen, dass Menschen vor Krankheiten geschützt werden, dass Menschen überall ein zumindest ähnliches Gesundheitsniveau erreichen und dass Menschen überall versorgt werden können. Vor diesem Hintergrund sollte man eigentlich meinen, dass die WHO, losgelöst von irgendwelchen Einflüssen, ausschließlich der Sache verpflichtet ist, alles daranzusetzen, diese Ziele in die Tat umzusetzen.

Doch weit gefehlt. Auf Druck Chinas ist beispielsweise Taiwan aus der WHO ausgeschlossen worden, obwohl die Welt von der Beherrschung der Pandemie in Taiwan lernen kann, viel lernen kann. Als der WHO-Vertreter Aylward in einem Skype-Interview nach Taiwan gefragt wurde, tat er so, als ob die Frage nicht gehört worden sei und er legte auf. Der gleiche Aylward, der im Februar die WHO-Mission nach Wuhan, dem Ursprungsort der Pandemie, geleitet hatte und anschließend zur großen Freude chinesischer Staatsmedien, so die „Welt am Sonntag“, erklärt hatte, dass China „sehr, sehr gut“ mit dem Ausbruch umgehen würde. WHO-Chef Tedros lobte sogar das chinesische Regime für seine „Führung“ und „Transparenz“.

Es stellt sich in dem Kontext die Frage, wieso die WHO, die eine supranationale Aufgabe hat, sich zum Sprachrohr der Kommunistischen Partei Chinas macht. Dazu muss man wissen, dass Generaldirektor Tedros mit Hilfe Chinas 2017 auf den jetzigen Posten gehoben worden ist. Das erste Mal in der Geschichte der WHO, dass kein Arzt die Führung übernommen hat. Tedros war vorher Mitglied der Äthiopischen Regierung, zu dieser Zeit wahrlich kein Aushängeschild einer demokratischen Bewegung. Er war Gesundheitsminister, vertuschte mehrere Choleraausbrüche und wollte nach seinem Amtsantritt ausgerechnet Simbabwes früheren Diktator Robert Mugabe zum WHO-Sonderbotschafter ernennen. Unter dessen jahrzehntelanger Regentschaft fiel die Lebenserwartung in Simbabwe (früher Rhodesien) von 62 auf 36 Jahre. Doch dieser Coup scheiterte am Widerstand anderer Staaten.

Kein Wunder, dass die amerikanische Regierung aktuell erklärt hat, der WHO die Gelder streichen zu wollen. Das kann man durchaus verstehen, denn es kann nicht sein, dass sich eine UN-Organisation, die WHO, vor den politischen Karren einer kommunistischen Diktatur wie China spannen lässt.

Von Taiwan lernen

Die Regierung Taiwans kritisiert seit Jahren zu Recht, dass Taiwan von internationalen Gremien auf Druck von China ausgeschlossen wird. Das Gleiche gilt auch für die WHO, obwohl Gesundheit eigentlich kein Spielball der Politik sein dürfte. Ginge es der WHO um die Sache, müsste sie zweierlei machen. Einmal müsste sie kritisch hinterfragen, ob die offiziellen Zahlen Chinas der Wahrheit entsprechen - rund 1,6 Millionen Infektionen und 100.000 Tote -, oder ob sie nicht wie sämtliche Insider meinen, hochgradigst gefälscht sind. Und zweitens hätte die WHO offen auf Taiwan zugehen müssen, um in Erfahrung zu bringen, wie es möglich ist, dass ein 24-Millionen-Einwohner-Land nur rund 380 Erkrankungen und sechs Todesfälle zu verzeichnen hat. Taiwan hat im Übrigen im Gegensatz zu allen anderen Staaten der Welt aus der SARS-Epidemie 2003 gelernt, als diese Epidemie Taiwan völlig unvorbereitet traf. Man hat entsprechende Behördenstrukturen geschaffen, Vorwarnstufen eingeführt, Bevorratungen vorgenommen und vieles andere mehr.

Übrigens hatte Taiwan bereits im Dezember 2019 gegenüber der WHO mitgeteilt, dass es eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung dieses neuen Virus gebe. Noch Mitte Januar 2020 hat die WHO per Twitter erklärt, dass es keine Hinweise auf die Ansteckung zwischen Menschen gebe. Ihre nicht sehr überzeugende Quelle: die chinesische Regierung.

Chinas Vertuschung

Aktuell hat die chinesische Regierung eine Offensive gestartet, um dem Vorwurf zu begegnen, China habe Informationen über den Ausbruch des Virus vertuscht. Fakt ist, dass der erste chinesische Coronafall am 17. November 2019 erfolgte. US-Fernsehsender berichteten, dass nach Geheimdienstinformationen bereits Ende November gewarnt wurde, dass in Wuhan eine Seuche um sich greife. Doch hört man die chinesische Regierung, dann gab es erste dezente Erkenntnisse Ende 2019.

Schon Anfang Dezember haben zwei chinesische Ärzte vor dem neuartigen Virus gewarnt. Einer ist mittlerweile gestorben, ob mit Corona oder gezielter Nachhilfe sei dahingestellt. Der zweite ist nach Aussage der Angehörigen verschwunden – einfach so, aber das kennt man von der chinesischen kommunistischen Führung, die Dissidenten und Kritiker in politischen Lagern verhaften und einsperren lässt. Das kennt man aus der Nazidiktatur, das kennt man aus der SED-Diktatur im anderen Teil Deutschlands.

China und seine Glaubwürdigkeitslücke

Glaubwürdigkeitslücke ist noch sehr vornehm umschrieben, denn nach dem Pressefreiheits-Ranking von der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ steht China auf Platz 177 von 180 Staaten dieser Welt. Pressefreiheit gibt es nicht, Meinungsfreiheit gibt es nicht, Twitter und Soziale Netzwerke sind in China gesperrt, obwohl sinnigerweise die chinesischen Botschaften zunehmend Twitter in den europäischen Staaten nutzen, um ihre Botschaften zu senden, natürlich staatlich gelenkt, natürlich staatlich positiv ausgerichtet. Und man scheut zunehmend immer weniger davor zurück, andere Staaten unter Druck zu setzen. Gleichzeitig versucht man, Einfluss auf Medien und Ministerien auch in Deutschland zu nehmen. So hat das Auswärtige Amt im März dieses Jahres darüber informiert, dass Beamte der Volksrepublik China versuchen, gezielt hochrangige Ministeriumsmitarbeiter in Deutschland dergestalt zu beeinflussen, dass diese sich positiv zur Corona-Krisenbewältigung in China äußern mögen.

Man scheut auch vor Druck nicht zurück. In dem Fall versuchte China, Druck auf Dänemark auszuüben, weil in einer Zeitung die fünf Sterne der chinesischen Flagge als fünf Viren dargestellt wurden. Daraufhin forderte China, dass die Zeitung und der Karikaturist sich selbst tadeln und sich öffentlich beim chinesischen Volk entschuldigen sollten. Das erinnert ein klein wenig an die Kritik der Mohammed-Karikatur, nur mit dem Unterschied, dass die Chinesen im Gegensatz zu den seinerzeitigen Muslimen nicht auf die Straße gegangen sind, um Botschaften anzuzünden. Aber es zeigt den Ungeist der Zensur, der jeder Diktatur innewohnt.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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