Die Dinge werden nicht beim Namen genannt, weil nicht sein kann, was nicht sein darf

Trotz und wegen Corona:
die Strompreise steigen weiter kräftig

Die Corona-Krise überlagert derzeit alles. Eine bislang in dieser Form nicht erlebte Bedrohung muss bekämpft und besiegt werden. Darüber besteht über die Parteigrenzen hinweg grundsätzlich Einigkeit. Die bislang hierzulande eingeleiteten Maßnahmen stoßen angesichts des Problems, zu dessen Lösung leider kein Handbuch mit einschlägigen Tipps und Ratschlägen zur Verfügung steht, weitgehend auf Zustimmung. Auch wenn dabei Freiheitsrechte der Bürger erheblich eingeschränkt werden. Das aber wird - noch - akzeptiert.

Diskussionen sind unabdingbar

Mittlerweile jedoch nimmt die Diskussion darüber Fahrt auf, ob alle verhängten Restriktionen und Einschränkungen in der dem Volk verschriebenen Form einschließlich der nun beschlossenen Lockerungen zielführend und richtig dosiert sind. Der Diskurs hierüber muss in der Demokratie geführt werden. In Politik, Gesellschaft und in diesem Falle besonders auch in Expertenkreisen, sprich bei Medizinern und Virologen. Und das natürlich auch kontrovers. In Sachen Corona erweckt es bisher den Anschein, dass das auch möglich ist. Es hat sich noch kein Meinungsmonopol, noch keine Meinungsdiktatur etabliert, die andere Ansichten, speziell von Minderheiten, unterdrücken kann. Wie gesagt: in Sachen Corona.

Diskussionen werden unmöglich gemacht

Auf vielen Feldern sieht dies in unserer Republik jedoch völlig anders aus. Und das wird wohl - leider - auch „nach Corona“ nicht anders sein. Zu den gewichtigsten zählen hierbei der Klimawandel und die Energiewende. In beiden Fällen findet schon lange keine wirkliche Debatte mehr statt, in der Meinung und Gegenmeinung, These und Gegenthese miteinander um den bestmöglichen Weg wetteifern. Beim Klimawandel wie bei der Energiewende ist es nicht mehr möglich, sich dem Mainstream mit einer abweichenden (Minderheits-)Meinung, und sei sie noch so sachlich und gut begründet, entgegenzustellen. Die Gefahr, vom Mainstream beruflich, gesellschaftlich und sozial diskreditiert, disqualifiziert und bis hin zum Jobverlust ausgeschlossen zu werden, ist in unserem Land, das auf dem Papier eigentlich Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit garantiert, allzu groß. Deshalb herrscht, von Ausnahmen abgesehen, das große Schweigen und das sich in das Unabwendbare fügen. Das ist traurige Realität in Deutschland 2020.

Der Mainstream akzeptiert diese von demselben abweichenden Meinungen nicht - und entzieht diesen das große öffentliche Forum. Vor allem das Staatsfernsehen, also die Öffentlich-Rechtlichen, „liegen auf Linie“ mit der Regierung. Kritische Nachfragen: Fehlanzeige auf breiter Front. Lobhudeleien auf das Regierungshandeln in Sachen Energiewende: Allüberall. Und jedem - sei es Wissenschaftler oder Politiker -, der es wagt, eine eigene, dem Mainstream nicht angenehme Meinung zu äußern - er hätte gute Gründe dafür, verzichtet aber darauf -, drohen berufliche, gesellschaftliche und private Konsequenzen. Gegenargumente werden nicht akzeptiert, toleriert oder diskutiert. Sie werden bestenfalls negiert, zunehmend aber mit allen Mitteln bekämpft. Und das mit Erfolg.

Am Beispiel der Energiewende ist es letztlich jedoch sowohl für jeden Einzelnen, vor allem für die Wirtschaft und letztlich für das staatliche Gemeinwesen insgesamt, von existentieller Bedeutung, darüber informiert zu werden, was die Befürworter der praktizierten und angeblich alternativlosen Energiewendepolitik tunlichst verschweigen. Hierzu nun ein paar wenige sachdienliche und zum Hinterfragen motivierende Hinweise.

Corona und Energiewende

Infolge der Corona-Bekämpfungsmaßnahmen stehen viele Industriebetriebe, die die größten Stromabnehmer in Deutschland sind, mehr oder weniger still. Folglich steigt der Anteil des teuren Stroms aus Wind, Sonne und Biomasse am sinkenden Gesamtbedarf, weil dieser Strom nach dem Erneuerbaren-Energie-Gesetz (EEG) bevorzugt eingespeist werden muss. Gleichzeitig nimmt die kostenpflichtige Entsorgung von Stromüberschüssen zu. Das wird in den nächsten Jahren zu empfindlichen Strompreiserhöhungen führen. Und bei der Fortführung der praktizierten Energiewendepolitik werden die Preise noch schneller steigen.

Je nach Tageszeit und Wochentag braucht Deutschland zwischen 40.000 und 85.000 MW Strom. Die konventionellen Erzeuger liefern eine gesicherte Tagesleistung von 90.000 MW für drei Cent pro Kilowattstunde (Ct/kWh) aus Kern- und Braunkohlekraftwerken sowie für fünf Cent aus Steinkohlekraftwerken. Die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken kostet etwa sieben Ct/kWh. Die Leistung von Wind- und Solaranlagen schwankt wetterbedingt zwischen 0 und 60.000 MW bei einem Mittelwert von etwa 20.000 MW. Die Vergütungskosten nach dem EEG liegen bei etwa zwölf Ct/kWh.

Nicht nur auf Wind und Sonne bauen

Mit dem teuren und nicht planbaren Wind- und Solarstrom ein Industrieland wie Deutschland versorgen zu wollen, ist jedoch wirtschaftlicher und technischer Unsinn. Stets müssen Regelkraftwerke die wetterbedingten Schwankungen und den Fehlbetrag ausgleichen - bei nächtlicher Flaute zu 100 Prozent. Das sorgt für zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe pro Jahr. Klar ist: ohne konventionelle Kraftwerke ist eine sichere Stromversorgung nicht möglich. Der Stromverbraucherschutz NAEB e.V - und nicht nur dieser - bezeichnet den unzuverlässigen und teuren Strom aus Wind und Sonne daher als „Fakepower“.

Und mit dieser Fakepower will die Bundesregierung und die sie in dieser Sache stützenden Parteien Deutschland weitgehend versorgen. Im Glauben, damit das Klima „retten“ zu können. Es wird und kann nicht gelingen! Da die Erzeugung von Fakepower aber deutlich teurer ist als die Produktion von konventionellem Strom, muss sie natürlich, letztlich auf Kosten der Endverbraucher, subventioniert werden.

Stromüberschuss wird teuer vernichtet

Die gesetzlich garantierte und bevorzugte Einspeisung, deren Vergütung deutlich über den Strom-Börsenpreisen liegt, treibt den Strompreis nach oben. Muss dann der Stromüberschuss entsorgt werden, um eine Überlastung des Netzes zu vermeiden - zumal es wirtschaftliche und ausreichend große Stromspeicher nicht gibt und auch in absehbarer Zeit nicht geben wird - dann kostet das richtig Geld. Die Abnehmer erhalten diesen Strom nicht nur zu Dumpingpreisen oder gar unentgeltlich, sondern werden dafür „mit Geld obendrauf“ auch noch entlohnt. Diese Geldgeschenke belasten den deutschen Stromverbraucher zusätzlich.

Die freiheitsbeschränkenden Maßnahmen infolge „Corona“ haben den Energieverbrauch stark reduziert. Die Produktion von Strom aus Wind und Sonne ist jedoch gleichgeblieben, wodurch deren Anteil am Gesamtverbrauch deutlich gestiegen ist, was Umwelt- und Klimaschützer sicher freut. Aber: bei Starkwind und Sonnenschein kommt es immer häufiger zu einem Stromüberschuss, der entsorgt, richtiger: vernichtet werden muss, um das Netz nicht zu überlasten. Diese Entsorgung übernehmen in vielen Fällen Pumpspeicherwerke in Österreich. Mit dem unter Zuzahlung gelieferten Strom aus Deutschland wird Wasser in die Oberbecken gepumpt. Bei Dunkelflauten wird dann der Strom zu guten Preisen wieder nach Deutschland exportiert.

Diese Energiewendepolitik beenden

Das führt in Summe - folgerichtig und unvermeidbar - zu einem deutlich höheren Strompreis für den Endverbraucher. Es nutzt auch wenig, Windgeneratoren anzuhalten, wenn Strom im Überfluss erzeugt wird. Denn die Betreiber erhalten nach dem EEG dann eine Ausfallentschädigung von 90 Prozent der Vergütungskosten, die bei einer Einspeisung fällig würden. Somit wird nicht benötigter und nicht gelieferter Strom dennoch bezahlt. Kosten, die die EEG-Umlage abermals erhöhen - Schilda lässt grüßen.

An dieser Stelle nochmal zwei Hinweise, deren Tatsachengehalt zweifelsfrei ist: In Deutschland stehen 30.000 Windkraftanlagen in der Landschaft und verschandeln diese nach Meinung der überwiegenden Mehrheit der Bundesbürger. Ein Drittel, also rund 10.000 dieser Anlagen, ist bereits wieder schrottreif - und niemand weiß, wohin mit den kritischen Rotorblättern. Des Weiteren befinden sich auf deutschen Dächern und Äckern hektarweise Fotozellen, die später einmal als Sondermüll entsorgt werden müssen. Hingegen - auch hier nur wieder die wertungsfreie Beschreibung des Ist-Zustandes - sorgt in allen anderen wichtigen Ländern die Kernkraft als Energie mit der größten Leistungsdichte für stets verfügbaren Strom. Nur in Deutschland nicht. Hierzulande sollen nun auch noch die Kohlekraftwerke, und seien sie noch so modern, abgeschaltet werden.

Wenn aber nun die Wirtschaft infolge Corona weiter lahmgelegt oder eingeschränkt bleibt und somit als Stromverbraucher ausfällt, ist ein weiterer kräftiger Anstieg der EEG-Umlage, die der Endverbraucher zahlen muss, vorprogrammiert. Und mit jeder Wind- und Sonnenenergie - sprich also Fakepower-Anlage - steigen die Kosten noch schneller und wird die Versorgung noch unsicherer. Dieserhalb sei es erlaubt zu fragen: Sollten wir das wirklich wollen? Oder wäre ein Ende der Energiewendepolitik nicht sinnvoller, um für wirksame Abhilfe in und aus dieser teuren Problematik oder einem Ende des - um es pointiert zu sagen – „Schwindels mit der vermeintlich grünen und erneuerbaren Energie“ zu sorgen?

Über den Autor

Franz Ewert
Aktuelle Ausgabe7/2020