SPD, FWG, FDP und Grüne verantwortlich für
drastische Müllgebührenerhöhung im Lahn-Dill-Kreis

Der Kreistag des Lahn-Dill-Kreises hatte im November letzten Jahres mit den Stimmen von SPD, FWG, FDP und Grünen beschlossen, dass die Müllgebühren zum 1.1.2020 drastisch steigen werden. Der Wetzlar-Kurier hatte in der Dezember-Ausgabe darüber berichtet. Diese familienunfreundliche Müllgebührenerhöhung war aus Sicht der CDU-Kreistagsfraktion völlig unnötig, denn der Kreis hat aktuell noch eine Müllgebührenrücklage in Höhe von 4,4 Millionen Euro, die nach Auffassung der CDU erst zu verbrauchen sind. Selbst am Jahresende 2020 gibt es noch eine Gebührenrücklage von rund 2 Millionen Euro. Das heißt, man müsste im Grunde genommen erst zum 1.1.2022 die Müllgebühren erhöhen.

Jahresgebühr steigt von 79,40 Euro auf 129,12 Euro

Während es im Dezember wenig Regungen bei den betroffenen Bürgern gab, was daran lag, dass die Rechnung noch nicht verschickt waren, hat sich das jetzt schlagartig verändert. Der Wetzlar-Kurier hat in den letzten Tagen eine Reihe von Kopien von Gebührenbescheiden erhalten. Die Bürger regen sich zu Recht darüber auf, in welch drastischer Form die Erhöhung ausgefallen ist.

Grundgebühr steigt um ca. 50 bis 60 Prozent

Für einen Müllbehälter mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern stieg die Jahresgebühr von 48,50 Euro im letzten Jahr auf jetzt 78,99 Euro im Jahr 2020. Ein Müllbehälter mit 240 Litern verteuert sich von 79,40 Euro pro Jahr auf jetzt 129,12 Euro, und ein großes Gefäß von 1100 Litern wird nicht mehr mit 300,50 Euro wie 2019 berechnet, sondern seit dem 1. Januar dieses Jahres mit 488,42 Euro.

Familienfreundlichkeit sieht anders aus

Der Kreis, der sich nach eigenem Bekunden gerne als familienfreundlich präsentiert, hat die Familienfreundlichkeit selbst ad absurdum geführt, denn das Problem für Familien besteht darin, dass auch parallel dazu viele Städte und Kommunen in den letzten ein, zwei Jahren Steuern und Abgaben in dem jeweiligen Zuständigkeitsbereich erhöht haben, so dass die Mietnebenkosten entsprechend hoch und damit für das Familienbudget belastend sind.

Kein Anreiz zur Müllvermeidung

Da im Lahn-Dill-Kreis die Kosten für die Müllentsorgung auf die Zahl der Leerungen umgerechnet werden, beschloss man eine winzige Reduzierung der Leerungskosten. Wer also in diesem Jahr auf eine Leerung eines 120-Liter-Müllgefäßes verzichtet, spart gerade einmal 46 Cent! Wer auf eine Leerung eines 240-Liter-Gefäßes verzichtet, spart sensationelle 72 Cent! Anders ausgedrückt: Wer sorgfältig trennt oder noch besser sorgfältig Abfall vermeidet und es dadurch schafft, drei oder vier Leerungen im Jahr zu vermeiden, der spart unglaubliche 1,50 Euro bis 3 Euro im Jahr.

Statt also Anreize durch entsprechendes bewusstes Umweltverhalten zu fördern, so wie es die CDU gefordert hatte, hat man das Gegenteil beschlossen, erstaunlicherweise mit den Stimmen der Grünen.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe3/2020