CDU-Parteitag in Aßlar bestätigt Hans-Jürgen Irmer als Kreisvorsitzenden - der Wetzlarer MdB seit 22 Jahren an der Spitze

Geschlossenheit, Glaubwürdigkeit, klare Kante, intensive Arbeit
und Präsenz vor Ort als Erfolgsgaranten der CDU an Lahn und Dill

Hans-Jürgen Irmer (Wetzlar) steht seit 1998 an der Spitze des CDU-Kreisverbandes Lahn-Dill. Der mit 140 von maximal 171 möglichen Delegierten sehr gut besuchte Kreisparteitag wählte ihn in der Stadthalle Aßlar mit einer Zustimmung von 97,8 Prozent für zwei weitere Jahre zum Kreisvorsitzenden. Drei Delegierte stimmten gegen den Bundestagsabgeordneten.

Auch die weiteren Vorstandsmitglieder erhielten Zustimmungswerte in etwa der gleichen Größenordnung: die beiden stellvertretenden Kreisvorsitzenden MdL Jörg Michael Müller (Herborn), der erstmals in diese Funktion gewählte MdL Frank Steinraths (Wetzlar), Schriftführer Sascha Panten (Haiger), dessen Stellvertreter Wolfgang Nickel (Dillenburg) und die neu ins Amt gewählte Schatzmeisterin Anna-Lena Bender (Hüttenberg). Den Vorstand des 1700 Mitglieder großen CDU-Kreisverbandes Lahn-Dill vervollständigen 13 Beisitzer: Alexander Arnold (Schöffengrund), Kevin Deusing (Dillenburg), Martin Dietz (Solms), Ronald Döpp (Lahnau), Markus Georg (Haiger), Katja Groß (Wetzlar), Christoph Herr (Sinn), Burkhard Hinz (Braunfels), Rolf Hofmann (Ehringshausen), Jörg Leiter (Hohenahr), Leo Müller (Eschenburg), Kim Robert Trapp (Leun) und Kurt Wengenroth (Driedorf). Als Mitgliederbeauftragter des Kreisverbandes wurde Heiko Budde (Aßlar) in seinem wichtigen Aufgabenbereich bestätigt.

Ehrung für Elisabeth Müller

Anna-Lena Bender war bisher stellvertretende Kreisvorsitzende und tritt nun als Kassenwartin die Nachfolge von Elisabeth Müller (Bischoffen) an. Die Vorsitzende des Kreistages Lahn-Dill ihrerseits zeichnete zwei Jahrzehnte für die Finanzen des Kreisverbandes der CDU verantwortlich. Nicht für diese Tätigkeit, allerdings aus Anlass ihres Ausscheidens als Schatzmeisterin, wartete vor zahlreichem Publikum eine Überraschung auf Elisabeth Müller, nämlich die Auszeichnung mit der Alfred-Dregger-Medaille in Silber der CDU Hessen. Irmer, Müller und Steinraths überreichten die mit Blumen garnierte Ehrung, die in der „Würdigung des langjährigen engagierten Einsatzes für Staat und Gesellschaft und das Eintreten für unsere freiheitliche-demokratische Grundordnung auf der Basis christlicher Werte“ ihre Begründung findet.

Vor seiner Wiederwahl für die Amtsjahre 23 und 24 fasste Hans-Jürgen Irmer die laut Tagesordnung vorgesehenen Berichte des Kreisvorsitzenden und des Bundestagsabgeordneten in einem zusammen. Dem Dank an alle CDU-Mandatsträger in Kreis, Städten und Gemeinden für die „intensive Arbeit“, dem Lob für die CDU-Vereinigungen von der Jungen Union über die Frauen- bis zur Senioren-Union folgte die Feststellung, dass die CDU „die“ Volkspartei an Lahn und Dill sei. Die Union als stärkste Fraktion im Kreistag ist laut Irmer die dominierende Kraft, auch wenn sie keine Mehrheit habe und nicht an der Kreisregierung beteiligt sei.

Einheit in Reden und Handeln

„Wir sind vor Ort präsent wie keine andere Partei“, wobei laut Irmer „die Einheit in Reden und Handeln“ die Stabilität und den Erfolg der Union an Lahn und Dill ausmache. Es sei „das Ergebnis harter Arbeit“, dass die CDU aktuell beispielsweise ebenso viele Bürgermeister in den Kreiskommunen stelle wie die SPD. Ende der 1990er Jahre hatten 19 von 23 Bürgermeistern das SPD-Parteibuch. In der Präsenz der CDU „gerade auch im vorpolitischen Raum“, in einer klaren Linie, in Geschlossenheit und Glaubwürdigkeit sieht Irmer die Gründe für diesen Wandel: „Wir müssen Probleme benennen und niemanden hinterherhecheln.“

Aus der Arbeit des Kreistagsfraktion – „mit 30 Anträgen im letzten Jahr die aktivste im Kreistag - ohne uns gäbe es deutlich weniger Bewegung im Landkreis“ - und der Landtagsfraktion berichteten die beiden Landtags- und Kreistagsabgeordneten Steinraths und Müller. Fazit: Die Erfolge, derer sich die Kreisregierung unter SPD-Führung gerne und oft rühme, wären ohne die CDU im Allgemeinen und die „umfassende finanzielle Förderung aus Wiesbaden“ im Besonderen nicht möglich. Im Gegenteil. Ohne sie, so Jörg Michael Müller, wäre der Landkreis schon vor zwei Jahrzehnten pleite gewesen. „Auch das ist Teil der kommunalen Wirklichkeit im Lahn-Dill-Kreis.“

CDU muss Menschen Orientierung bieten

Im Blick auf die Berliner Politik forderte Hans-Jürgen Irmer von seiner Partei eine Abkehr vom Prinzip „Wischi-Waschi“, das niemanden helfe: „Die CDU muss den Menschen Orientierung und Leitlinien geben.“ Und das auf der Basis von Recht und Ordnung in diesem Land: „Die Bürger müssen das Gefühl haben, dass sie sicher leben können“, wobei es aber Freiheit ohne Sicherheit nicht geben könne. An diesem Punkt ist laut Irmer der Staat und speziell auch die Justiz gefordert. Denn rund 80.000 Angriffe auf Polizisten und Angehörige von Rettungsdiensten allein im vergangenen Jahr seien schon lange nicht mehr akzeptabel. Es gelte, den Sicherheitsbehörden endlich alles Notwendige an die Hand zu geben, „was zur Erfüllung ihrer Arbeit notwendig ist“, wobei vor allem der Datenschutz nicht zu einem Täterschutz mutieren dürfe, was leider allzu oft der Fall sei.

Irmer sprach sich eindeutig für ein differenziertes Schulsystem einschließlich einer Stärkung der Stellung der Lehrkräfte und klar gegen eine „Einheitsschule“ aus. Er forderte eine Stärkung von Ehe und Familie - und lehnt deren „schleichende Aushöhlung durch den Gender-Unsinn“ strikt ab. Ebenso sieht er in der Verankerung von „Kinderrechten“ im Grundgesetz die Gefahr der Entrechtung von Eltern und deren Entmündigung: „Eltern sollen die Kinder erziehen und nicht der Staat.“ Und schließlich seien alle diejenigen, die in dieses Land kommen und bleiben wollen, aufgefordert und verpflichtet, sich zu integrieren, was mit dem Erlernen der deutschen Sprache beginne. „Deshalb brauchen wir auch keine türkischen Schulen in Deutschland.“

Über den Autor

Franz Ewert

Bildergalerie

Aktuelle Ausgabe4/2020