Grüner Kampf gegen Klimaskeptiker:
Aus den Medien bannen

Über das Thema Klima kann man wunderbar streiten. Dass sich das Klima verändert, ist eine Binsenweisheit. Diese Tatsache gibt es seit Millionen von Jahren – und das Ganze ohne anthropogenen, also menschlichen Einfluss in der Erdgeschichte bisher. Heute wird darüber gestritten, ob der Mensch das Klima prinzipiell überhaupt beeinflussen kann, ob er es zu einem kleinen Prozentsatz oder aber auch zu einem großen Prozentsatz mitbestimmen kann. Die Auffassungen hierüber sind sehr unterschiedlich.

Einigkeit besteht darin, dass man prinzipiell alles tun muss, unsere Umwelt im Sinne von Nachhaltigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu erhalten. Aber schon bei der Frage nach dem Wie gibt es hier unterschiedliche Auffassungen.

Öko-Diktatur

Das prinzipiell Schöne in der Demokratie ist, dass Menschen eigentlich (!) unterschiedlicher Meinung sein können. Jeder versucht, das aus seiner Sicht mit Daten, Fakten, Zahlen zu belegen. Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, frei seine Meinung zu äußern. Dies ist aber in Gefahr. Eine rationale Auseinandersetzung findet kaum noch statt. Skeptiker oder Kritiker der medialen Klimatheorie werden heute ähnlich wie im Mittelalter als Ketzer oder „Klimaleugner“ gebrandmarkt. Im September 2018 sind BBC-Redakteure in England angewiesen worden, Klimakritiker nicht mehr in die Sendungen einzuladen. Im Mai 2019 hat die Co-Vorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, dazu aufgerufen, dem Vorbild des BBC zu folgen und Klimaskeptiker aus ARD und ZDF zu bannen. Im November 2019 hat sie auf einem Kongress des Verbandes Deutscher Zeitungsverleger ausgeführt, dass derjenige, der wissenschaftliche Fakten leugne, in den Medien nicht mehr stattfinden dürfe.

Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Pluralismus sehen eigentlich anders aus. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Grünen auf die Idee kommen, ein „Wahrheits-Ministerium“ zu etablieren, das dann festlegt, was der Bürger lesen darf und was nicht. Man muss aufpassen, dass man hier nicht auf den Weg in eine Öko-Diktatur gerät, die so intolerant ist, dass sie nicht in der Lage ist, andere Meinungen zu tolerieren. Eine Partei, die von Basisdemokratie spricht, von mehr Mitbestimmung, von Bürgerbegehren sollte sich in besonderer Weise hüten, solche totalitären Strukturen ins Leben zu rufen.

Es zeigt aber etwas über die Denke von Frau Baerbock und ihr anmaßendes Wesen, über den Dingen zu stehen, das Ganze gepaart mit einer fachlichen Inkompetenz, über die man nur den Kopf schütteln kann. Wer wie Frau Baerbock der Auffassung ist, man könne den Strom im Netz speichern und mehrfach Kobalt, das man zur Herstellung einer E-Batterie benötigt, mit „Kobold“ verwechselt, der sollte vielleicht doch noch einmal in den Physikunterricht der 10. Klasse gehen, damit er eine einigermaßen valide fachliche Grundlage für die weitere Diskussion bekommt.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe9/2020