Nur Gutverdiener können sich Grüne leisten

Grüne fordern Verbot von Billiglebensmitteln

Da haben wir sie wieder, die Verbotspartei Deutschlands Nummer 1, die Grünen, die für alle möglichen Bereiche Verbote, Vorschriften und strikte Regelungen fordern, damit die Bürger nach ihren, den grünen Vorstellungen zu leben haben. Über eine neue Forderung der Grünen wurde vor wenigen Tagen in der Zeitung „Die Welt“ berichtet. Es geht um das Verbot von Billiglebensmitteln, ein massiver Eingriff in den Markt, der auch nicht ansatzweise umsetzbar ist.

Natürlich wäre es richtig, wenn der Bürger in den herkömmlichen Metzgereien beispielsweise Fleisch einkaufen würde, das mit Sicherheit teurer ist als in Großhandelsketten. In der Regel weiß man in der Metzgerei vor Ort, wo das Fleisch herkommt, wie das Vieh gehalten wurde… Geschlachtet wird es in der Regel vor Ort nicht mehr, weil die Hygieneverordnungen in Deutschland und der EU dazu beigetragen haben, dass kleine Metzgereien nicht mehr schlachten können, weil die Anforderungen an Schlachthäuser so immens hoch sind, dass sie nicht mehr finanzierbar sind.

Schaut man sich die Wochenend-Ausgaben auch der heimischen Zeitungen an, wird man feststellen, dass in der Regel zwischen zehn und 20 Beilagen diese Zeitungen „schmücken“. Beilagen, in denen unterschiedlichste Firmen für ihre besonders preiswerten Produkte werben. Viele lesen sie aufmerksam durch, weil sie nach Sonderangeboten suchen. Und manch einer muss auch nach Sonderangeboten suchen, da er von einer überschaubaren Rente leben muss oder ein niedriges Einkommen hat, womit er die Familie finanzieren muss. Der grüne Durchschnittswähler, statistisch ein sehr gut verdienender, hat damit kein Problem. Aber viele müssen genau darauf achten, wo sie zu welchen Preisen einkaufen. Die Verteuerung von Billiglebensmitteln um 20, 30 oder 40 Prozent würde gerade diese Personenschicht besonders stark treffen.

Unsoziale Forderung

Eine Umsetzung einer solchen Forderung wäre unsozial, weil sie die Schwächsten treffen würde. Abgesehen davon, wäre es ein gigantischer bürokratischer Moloch, denn wer soll denn vor Ort die Kosten überprüfen? Und wenn in Deutschland keine Billiglebensmittel mehr hergestellt werden dürfen, sollen dann Importe ebenfalls verboten werden? Sollen Importe dann à la Trump mit Strafzöllen belegt werden? Man sieht aus den wenigen Beispielen, wie unausgegoren dieser Vorschlag ist. Diese Forderung zeigt aber einmal mehr die grundsätzliche Denkweise der Grünen, die glauben, auf der guten Seite des Lebens zu stehen und sich deshalb anmaßen, für andere die Spielregeln setzen zu müssen. Freiheit auf dem Markt sieht anders aus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe7/2020