Das Schweigen der Medien

Straßburger Gewaltexzess zu Silvester

Über die Vorkommnisse der Silvesternacht in Leipzig durch linksradikale Agitation ist medial einiges berichtet worden, weil es sich auch nicht ansatzweise vertuschen oder kleinreden ließ. Dafür waren die Vorfälle zu gewaltsam, zu brutal: verletzte Polizisten durch einen linksradikalen Mob und beredtes Schweigen der grünen Bundesspitze - will man es sich mit dem linksradikalen Lager politisch nicht verscherzen? - und eine erstaunliche Argumentation der SPD-Bundesvorsitzenden Saskia Esken, die statt eines klaren Wortes gegen Linksextremismus lieber die Polizeitaktik in Frage stellte. Rückenstärkung für die Polizei sieht anders aus.

Straßburg

Unabhängig davon gab es zeitgleich die gewalttätigsten Ausschreitungen seit ca. 30 Jahren in Straßburg. Dort sind zu Silvester über 200 Fahrzeuge in Brand gesetzt, Polizisten und Feuerwehrkameraden sind attackiert worden, das Ganze von männlichen Tätern im jugendlichen Alter von 15 bis 25 Jahren mit Migrationshintergrund, viele davon aus den Maghreb-Staaten, einige in Frankreich geboren. In einem Bericht dazu werden auf der einen Seite die klassischen Gründe benannt, nämlich fehlende Integration (Vielleicht könnte man auch sagen fehlende Integrationsbereitschaft?), fehlende Sprachkenntnisse und damit bedingt auch keine Erfolge in Schule und Beruf. Neu in der Berichterstattung war der Hinweis darauf, dass Migranten sich medial häufig mit Informationen aus den Heimatstaaten versorgen, in denen Hassprediger ihre Abneigung gegenüber dem aus ihrer Sicht dekadenten Westen zum Ausdruck bringen.

Man darf die Wirkungen russischer, von Putin staatlich gelenkter, deutschsprachiger Programme genauso wenig unterschätzen wie arabische Programme, die in Deutschland zu empfangen sind. Auch der Versuch von Erdogan, nicht nur türkische Schulen in Deutschland zu platzieren, sondern auch einen türkischen TV-Sender einzurichten, trägt nicht zur Integration bei. Es wäre Aufgabe der deutschen Medien auch hierüber aufzuklären.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe2/2020