Friedliche Mahnwache von Pro Polizei setzte Zeichen
für Polizei und Rettungskräfte

Vor 23 Jahren gründete sich auf Initiative von Hans-Jürgen Irmer "Pro Polizei Wetzlar". Ziel der überparteilichen, überkonfessionellen und unabhängigen Bürgerinitiative war und ist es, die Arbeit der heimischen Polizei als Sicherheitsorganisation des Staates als Ganzes sowie alle Beamtinnen und Beamten bei Schutz- und Kriminalpolizei als individuelle Personen zu würdigen. Die Arbeit der Polizei stützt und schützt wesentlich Sicherheit und Freiheit in unserem Land, das möchte der eingetragene Verein Pro Polizei Wetzlar, inzwischen auf fast 900 Mitglieder angewachsen, materiell und ideell unterstützen.

Erstmals geschah dies am Abend des 29. November 2019 in Form einer halbstündigen stillen Mahnwache auf dem Platz vor dem Bahnhof und dem Forum in Wetzlar. Anlass war das Konzert der Gruppe "Feine Sahne Fischfilet" in der benachbarten Rittal-Arena. Nicht das Konzert an sich, wohl aber einige markante Textpassagen aus Liedern der Band, die unverhohlen und direkt zu Gewalt gegen die Polizei und gegen einzelne Polizisten aufrufen.

Darauf wollte die Pro-Polizei-Mahnwache als eine sichtbare Antwort auf die Anfeindungen in den Liedtexten hinweisen und aufmerksam machen.

 

"Polizisten sind Menschen - keine Bullen", "Respekt statt Hetze", "Polizei gibt ihr Leben für dein Leben" bis hin zum Artikel 1 des Grundgesetzes "Die Würde des Menschen ist unantastbar" stand auf den Plakaten, die die in gelb-grüne Leuchtwesten gekleideten rund 70 Mahnwächter der BI Pro Polizei mitgebracht hatten. Und es waren auch 70 Polizeibeamte, die, nicht in das Geschehen der friedlichen Mahnwache eingreifend, aber im Hintergrund "für alle Fälle" bereitstehend, die Szenerie beobachteten. Aber nicht eingreifen mussten, alles blieb friedlich. Denn die Ankündigung der Mahnwache hatte im Netz bundesweit für Beachtung gesorgt.

Und in der Tat waren nicht nur Pro-Polizei-Mitglieder an Bahnhof und Forum gekommen, sondern auch viele andere Beobachter, die sich aber nicht, wie von manchem befürchtet, als Gegendemonstration bemerkbar machten - und auf deren personelle Zusammensetzung aber die BI Pro Polizei verständlicherweise keinerlei Einfluss hatte. Eher war das Gegenteil der Fall. Denn auch auf der "Gegenseite" wurde ein Transparent präsentiert mit der dem Text des Grundgesetz-Artikels 1. "Wir rufen nicht zum Boykott des Konzertes auf, wir wollen aber ein Zeichen setzen gegen hetzerische und damit völlig unakzeptable Angriffe auf unsere Polizei und jeden einzelnen Bediensteten", so Irmer. Aus solch verbalen Angriffen erwüchsen bekanntlich nicht selten tätliche Angriffe. Auch und gerade eine Band dieses Bekanntheitsgrades sollte sich ihrer Verantwortung auf einen möglichen negativen Lauf der Dinge bewusst sein.

Darauf wollte die Mahnwache, auf der keinerlei Reden gehalten wurden - es aber zu vielen Gesprächen im direkten Austausch im kleinen Kreis kam - aufmerksam machen. "Rechtsradikalismus wie Linksradikalismus bedrohen unser Land, unsere Gesellschaft", stellte Landtagsabgeordneter Frank Steinraths, zugleich Mitglied im Vorstand von Pro Polizei Wetzlar, fest. Beide Extreme gelte es konsequent zu bekämpfen, politisch wie strafrechtlich. Pro Polizei Wetzlar - mittlerweile in zahlreichen hessischen Städten und auch in der Bundeshauptstadt selbst nach dem Wetzlarer Vorbild ins Leben gerufen - werde sich weiterhin zugunsten der Polizei engagieren. Auch dieses Zeichen sollte von der Mahnwache ausgehen.

 

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Franz Ewert

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Aktuelle Ausgabe9/2020