CDU-Kreistagsfraktion besuchte Alexander-von Humboldt-Schule Aßlar

Schülerzahl im Gegensatz zum Schulentwicklungsplan deutlich gestiegen

Nach 2014, 2015 und 2017 war jetzt erneut eine Delegation der Kreistagsfraktion in der Aßlarer kooperativen Gesamtschule zu Besuch, um sich von der Schulleitung über die aktuelle Entwicklung informieren zu lassen. Schulleiter Peter Schmidt mit dem Schulleitungsteam, bestehend aus Rüdiger Kölbach, Brigitte Boeder, Matthias Hund und Martina Mulch-Waha, informierten die Christdemokraten über die aus ihrer Sicht erfreuliche Entwicklung, denn im Gegensatz zum Schulentwicklungsplan 2017, der für die Schule 633 Schüler prognostiziert habe, habe man aktuell 770 Schüler. Ein Beleg für die hohe und deutlich gestiegene Akzeptanz der Schule und ihr pädagogisches Konzept, das auf der einen Seite eine starke Berufsorientierung für Haupt- und Realschüler umfasse, auf der anderen Seite aber auch für die Begabtenförderung und MINT-Orientierung Gütesiegel erhalten habe, obwohl an der Schule seit über zwei Jahren gebaut werde.

Jede Baumaßnahme sei eine Belastung, aber dies schade der Schülerzahlentwicklung nicht. Man müsse auch feststellen, dass erfreulicherweise Naturwissenschaften, Mathematik- und Recherche-Infozentrum sowie das Bistro fertiggestellt worden seien. Bis zum Sommer nächsten Jahres sollen die letzten Klassenräume optimiert und technisch gut ausgestattet fertiggestellt sein. Danach hoffe man, dass wie angedacht der Bereich Verwaltung und Lehrerzimmer in Angriff genommen werde.

Bistro und Bibliothek würden gut angenommen. Erfreulich auch das rege Interesse von Schülern an Austauschmaßnahmen mit dem europäischen Ausland. So habe man seit fünf Jahren eine neue Partnerschule in Spanien, und gerade sei eine Partnerschaft in Frankreich hinzugekommen. Die Schüler würden gerne an überregionalen Wettbewerben, Workshops und anderem mehr teilnehmen. Dies präge Schüler, aber auch die Schulgemeinde. Natürlich gebe es an jeder Schule auch Probleme. So habe man während der Bauphasen Sachbeschädigungen und Vandalismus erleben müssen. Hier plädiert die CDU einmal mehr dafür, Schulgebäude in der unterrichtsfreien Zeit durch Videoanlagen absichern zu lassen. Dies diene der Prävention auf der einen Seite und biete andererseits eine erhöhte Chance, Vandalen leichter zu identifizieren, sie zu fassen und sie einer Strafe zukommen lassen zu können.

Insgesamt gesehen sei man personell, was die Unterrichtsabdeckung angehe, sehr gut aufgestellt. Sorge bereite jedoch die fehlenden Lehrerstunden für die inklusive Beschulung. Rund zehn Prozent der Schüler hätten unterschiedlichen Förderbedarf. Man habe dafür aber nur einen Förderschullehrer mit 26 Stunden sowie drei FSJler zur Verfügung. Das sei deutlich zu wenig.

Die CDU wies darauf hin, dass es bundesweit zu wenig Förderschullehrer gebe. Deshalb mache es aus ihrer Sicht mehr Sinn, Förderschulen nicht nur zu erhalten, sondern auszubauen. Diese sollten optimal ausgestattet sein, um Kinder, die eine besondere Förderung benötigten, dort in kleinen Gruppen optimal unterrichten zu können. Dies wäre im Interesse der Kinder, aber auch im Interesse des alltäglichen Unterrichts.

Breiteren Raum nahmen auch Fragen der schulischen Entwicklung insgesamt ein. Pädagogen müssten bedauerlicherweise immer mehr Erziehungsaufgaben übernehmen. Der Erziehungsauftrag werde immer mehr an die Schulen delegiert, die dafür nicht ausgestattet seien. Es sei auch nicht deren prioritäre Aufgabe. Daher müsse man an manche Eltern appellieren, ihren Kindern gegenüber den Erziehungsauftrag deutlicher wahrzunehmen, als es manches Mal geschehe.

Der Erfolg der Bildung, so die CDU-Vertreter, darunter Fraktionsvorsitzender Hans-Jürgen Irmer, MdB, sowie die Abgeordneten Heike Ahrens-Dietz, Nicole Petersen, Heiko Budde und Franz-Ludwig Löw, hänge mit entscheidend vom Elternhaus ab. Es mache einen Unterschied, ob es ein bildungsaffines Elternhaus gebe oder eben nicht. Zwar leisteten Kindergärten und Grundschulen eine sehr gute Basisarbeit, aber diese seien nun einmal kein Ersatz für das Elternhaus.

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier

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