MdB Irmer unterstützt Sportminister Beuth

Lebenslange Sperre für Schiedsrichter-Schläger

Am letzten Oktober-Wochenende ruhte in Berlin der Ball. 1200 Schiedsrichter haben ihre Karten und die Pfeife im Bundesland Berlin nicht genutzt. Alle Spiele unterhalb der Berliner Liga mussten deshalb ohne Schiedsrichter auskommen. Mit diesem Streik hat der Berliner Schiedsrichter-Ausschuss auf die zunehmende Gewalt auf den Berliner Sportplätzen reagiert. Nach wenigen Spieltagen gab es bereits 109 Vorfälle von Gewalt und Diskriminierung, darunter 53 Mal Gewalt gegen Schiedsrichter, Tendenz steigend.

Negativer Ausrutscher vor wenigen Tagen in Südhessen der Faustschlag eines „Sportlers“ mit Migrationshintergrund, der bei einem C-Liga-Spiel wegen einer Gelb-Roten Karte und der damit verbundenen Hinausstellung ausrastete und den Schiedsrichter k.o. schlug. Eine unrühmliche Eskalation, eine sehr bedenkliche Entwicklung. Diskussionen über Schiedsrichterentscheidungen hat es immer gegeben, wird es immer geben, aber in früheren Jahren war der Schiedsrichter noch eine Art Respektperson, der natürlich auch Fehler gemacht hat. Dies „half“ mal der einen, mal der anderen Mannschaft, war aber kein Grund für wüste Beschimpfungen. Diese haben in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Dies geht leider einher mit einem gewissen Verfall an Stil, Sitte und Kultur der Auseinandersetzung. An anderer Stelle ist schon darüber berichtet worden, dass zunehmend Hilfskräfte im Einsatz attackiert werden, was überhaupt nicht nachzuvollziehen ist, denn hier kommen Menschen, um zu helfen. Auch Polizei- und Sicherheitsorgane sehen sich zunehmend verbaler und körperlicher Gewalt ausgesetzt, angefangen von der Verrohung der Sprache bis zum schnellen irrationalen Tätlichkeitsmerkmal.

Das Nichteinhalten von Regeln führt logischerweise zur Anarchie. Niemand, der Verantwortung trägt, will und kann das akzeptieren. Deshalb hat Innen- und Sportminister Peter Beuth recht, wenn er in diesem Fall eine lebenslange Spielsperre fordert. Den Verein zu bestrafen, macht wenig Sinn, denn er kann für das individuelle Fehlverhalten eines Spielers nichts. In diesem Fall hat der Verein sofort reagiert und den Spieler suspendiert. Die Bestrafung eines Vereins führt dazu, dass diejenigen darunter leiden, die in ehrenamtlicher Form den Verein aufrechterhalten, leiten und führen, sich mit viel Einsatz für die Belange ihres Vereins stark machen. Ein klares Signal an potenzielle Schläger: „Das machst du einmal, aber kein zweites Mal mehr auf dem Sportplatz.“

Über den Autor

Hans-Jürgen Irmer
Hans-Jürgen Irmer
Bundestagsabgeordneter der CDU Lahn-Dill
Herausgeber Wetzlar Kurier
Aktuelle Ausgabe11/2019