CDU fordert Verfügungsfonds

Nachdem die CDU-Kreistagsfraktion vor geraumer Zeit mit den Fachleuten der Kreisverwaltung ein konstruktives Gespräch zum Thema Adoption- und Pflegefamiliensituation im Lahn-Dill-Kreis führen konnte, hat sie aktuell beantragt, den Kreisausschuss aufzufordern, zu prüfen, inwieweit im Haushaltsplan 2020/21 ein Verfügungsfonds von 20.000 Euro zur Verfügung gestellt werden kann. In diesem Gespräch, so die für die CDU-Kreistagsfraktion zuständige Abgeordnete Heike Ahrens-Dietz (Solms), habe sich herauskristallisiert, dass es notwendig sei, der Fachstelle einen solchen Fonds zur Verfügung zu stellen, damit diese schnell und unbürokratisch handeln könne, um somit Pflegeeltern und Erziehungsstelle finanziell unterstützen zu können.

Zurzeit würden rund 220 Pflegekinder in 165 Pflegefamilien leben. Allerdings lebten noch viel mehr, nämlich 330 Kinder, in Heimen, so die Zahlen für 2018. „Die Heime“, so Ahrens-Dietz leisten eine hervorragende Arbeit. Dies muss ausdrücklich erwähnt werden. Aber so sehr sich die pädagogischen Fachkräfte auch bemühen, den Kindern ein gutes und liebevolles Zuhause zu geben, so ist die Unterbringung in einer Pflegefamilie intensiver und lebensnah. Im Heim wechseln sich verständlicherweise Bezugspersonen durch Schichtdienst, Urlaub und Krankheit ab, was in der Familie nicht der Fall ist.“ Familien seien durchgängig für die Kinder da und in der Lage, sie für das spätere Leben zu stärken.

Gerade diese Kinder, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, könnten am wenigsten etwas für ihre familiäre Situation. Dies könne sich jedoch für das eine oder andere Kind ändern, so Ahrens-Dietz, wenn es in den Genuss kommen könnte, in einer Pflegefamilie aufzuwachsen. Dies sei machbar, wenn die Pflegeeltern bei außergewöhnlichen finanziellen Aufgaben unbürokratisch von Seiten der Fachstelle unterstützt werden könnten. Die CDU sei sich sicher, dass hier mit einem hohen Maß an Verantwortungsethos gearbeitet werde. Aber es gehe in erster Linie darum, neben all den gesetzlichen normierten Vorgaben, die Freiheit zu haben, im Einzelfall unbürokratisch und schnell entscheiden zu können.

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Heike Ahrens-Dietz
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Aktuelle Ausgabe03.10.