Polizeihauptkommissar für Videoüberwachung

Helmut Lenzer, Polizeihauptkommissar a.D., ehemaliger Leiter und Begründer der AGGAS (Arbeitsgemeinschaft „Gewalttäter an Schulen“ (AGGAS), ausgezeichnet mit dem deutschen Förderpreis für Kriminalprävention 2007, schrieb zur aktuellen Debatte um Videoanlagen Ja oder Nein und zum WNZ-Kommentar Folgendes:

„Die Aufgabe der Polizei ist es, nicht nur präventiv zu agieren, sondern auch den Täter zu ermitteln, damit dem Geschädigten/Schulträger auch der entstandene Schaden ersetzt wird. Hier ist es sinnvoll, das Schulgelände/Schulgebäude per Video überwachen zu lassen. Das habe ich persönlich in meiner aktiven Dienstzeit mit den Verantwortlichen der Stadt Wetzlar und des Lahn-Dill-Kreises mehrfach erörtert, aber ohne Erfolg. Nächtliche Observation auf dem Schulgelände ist aus personellen Gründen nicht immer durchführbar.

Auch bei den Sachbeschädigungen an öffentlichen Gebäuden durch Graffiti ist eine Videoüberwachung zur Ermittlung der Täter hilfreich. In letzter Zeit wurden in Städten mit Videoüberwachung an verschiedenen Orten durch die Polizei die Täter zügig ermittelt und der Strafe zugeführt. Die polizeiliche Ermittlungsarbeit bei dieser Problematik an Schulen würde meiner Erfahrung zufolge erleichtert, und der Schulträger hätte eine größere Chance, den Schaden ersetzt zu bekommen. Deshalb ist Videoüberwachung grundsätzlich sinnvoll.“

Aktuelle Ausgabe8/2017